Grenzenlos … – cRise Serie: Beitrag 3 (in Arbeit)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Seit März spätestens fielen sie wieder …

Nein, nicht die Aktienkurse…

– die mein’ ich nicht, obgleich die ebenfalls in den Keller gingen, drastisch sogar –

… vielmehr die Schlagbäume an den nationalen Grenzen, nicht nur in Europa.

Obwohl solche Barrieren nicht in der Lage sind, ein nur etwa 160 Nanometer großes Virus abzuwehren, konnten sie wenigstens diese ekligen Zweibeiner aufhalten, von denen es auf unserem Planeten bald 10 Milliarden geben soll.

Wussten Sie, dass 

  • ein 80 kg schwerer Vertreter der Gattung Homo sapiens sapiens auf der Oberfläche sowie im Inneren seines Körpers ständig etwa 5 kg Bakterien mit sich herum trägt?
  • sein Organismus aus unglaublichen 30 Billionen Körperzellen besteht, zu denen sich noch 39 Billionen Mikroorganismen (in der Mehrheit Bakterien und Pilze) gesellen?

Da bekommt man* doch gleich ein ganz anderes Verhältnis zum eigenen Body!

Es liegt in der Natur von Selbstverständlichkeiten, dass diese erst auffallen, wenn sie plötzlich nicht mehr gegeben sind. 

Schon vor dem Fall des Eisernen Vorhanges Ende der 1980er Jahre gab es Bestrebungen, die nationalen Grenzen innerhalb der EU zu öffnen. 

Treibende Kraft für die Abschaffung von Demarkationslinien war die Bildung eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes.

Es waren also nicht primär human(itär)e Erwägungen, sondern zuvorderst wirtschaftliche Motive und Interessen – gilt doch nichts als wirkmächtiger als die (eigene) Gier – welche bedingten, dass ab Mitte der 1990er Jahre die Grenzen im „Schengen-Raum“ verschwanden. 

Irgendwann war es eine Selbstverständigkeit, an aufgelassenen, tristen Zollstationen, wo früher bis an die Zähne bewaffnete Grenzsoldaten grimmig ihren Dienst versahen, einfach vorbei zu brausen, um ungehindert etwa für einen Wochenend-Trip nach Prag oder Berlin zu rasen.

Dann jedoch kam ein winziges Virus und sorgte dafür, dass es plötzlich wieder hieß: „Ey, Du kommst hier net rein!“

Eine geradezu schockierende Erfahrung für den individualisierten, hoch mobilen Superspreader. 

Was aber, wenn man – wie im Mittelalter – gar nicht wusste, wo die Grenzen liegen?

Ob sich dahinter tatsächlich eine „Terra Incognita“ erstreckte.

Wie es dort aussah, welche Wesen diese Gefilde besiedelten und welche Schätze es zu heben gab. 

Der Mehrheit der Menschen waren solche Fragen im sogenannten “dunklen Zeitalter” herzlich egal.

Hauptsache, sie kamen nach einem gottgefälligen und mühevollen Leben als Belohnung in den – von den Kanzeln herunter – versprochenen Himmel.

Blöd nur, wenn da nichts war!

Dann stand man doppelt deppert da! 

Ausgebeutet und verdummt auf Erden und zusätzlich um´s „himmlische Manna“, wahlweise: um die versprochenen 72 Jungfrauen gebracht. (Sorry, Mädels und LGBTQ+-Wesen, auch in dieser Hinsicht habt Ihr – zumindest nach den Lehren und Mythen der Religionen – leider mal wieder die A….-Karte gezogen 🙁 )

Doch zurück zu den / an die Grenzen. 

Eine kleine Minderheit rieb sich daran.

Wollte sich nicht limitieren lassen.

Begehrte Einlass zu jenen Gefilden, über welche die wildesten Spekulationen kursierten. 

Möglicherweise lauerte dort der Tod. 

Andererseits… wie wußte schon der Esel in den „Bremer Stadtmusikanten“: „etwas Besseres als den Tod findest du überall!“

Also machte sich nicht nur Leif Eriksson auf über`s Meer, denn:

  • „Hann, ið einki vágar, hann einki vinnur!“
  • „Quien no arriesga no gana nada!“
  • „смелость города берёт!“
  • „Qui ne tente rien, n’an rien!“
  • „不入虎穴焉得虎子!“
  • „Quem não arrisca não petisca!“
  • „śmiałym szczęście sprzyja!“
  • „Friskt vågat, hälften vunnet!“
  • „Chi non risica, non rosica!“
  • „Nothing ventured, nothing gained!“

Wie Sie sehen, haben dieser Geisteshaltung und Risikobereitschaft zahlreiche Sprachen eigene Aphorismen gewidmet. 

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“

Der findet auf keinen Fall heraus, ob im Westen tatsächlich das sagenhafte Eldorado liegt.

Der wird für sein Draufgängertum niemals mit unvorstellbaren Schätzen oder zumindest neuen Erfahrungen belohnt.

Die Fortsetzung des Beitrags folgt im Hochsommer 2020.

 

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Mental Maps – Zwischenkapitel zur cRise-Serie

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

    © Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

 

Die ganze Warterei der letzten Tage – vergebens!

Leider gibt die Nachrichtenlage momentan keinen aktuellen „Aufhänger“ her, auf den der nächste Beitrag der cRise Serie *** hätte zugespitzt werden können.

Deshalb wird das folgende Posting – ausnahmsweise – „persönlicher“ als die bisherigen ausfallen.

Wobei auch im vorliegenden Text – eher indirekt – Karten vorkommen werden – als mental maps.

Die nächste cRise-Folge erscheint spätestens dann, wenn ein orange geschuppter Reptiloid gewaltsam die Weltherrschaft übernimmt und die Menschheit dazu zwingt, lebenslänglich Masken mit dem irren Joker-Konterfei von Ken Jebsen zu tragen!

*** Im 3. Posting sollte es darum gehen, dass viele Entdecker und die Gründerväter der Naturwissenschaften Kartografen waren bzw. als solche fungierten. Oder war es umgekehrt?

Nicht nur der „Inschiniör hat es schwör“ gehabt.

Seinerzeit, Mitte / Ende der 1980er.

Auch Sozialwissenschaftlern – wie dem Verfasser dieser Zeilen – fiel es oft nicht leicht, die mitunter üppigen Mahlzeiten zu verdauen, welche das Studentenwerk dem universitären Nachwuchs in der Mensa hinter dem „Schweinchenbau“ vorsetzte.

Auch wenn der Volksmund aus gutem Grund behauptet „Ein voller Bauch studiert nicht gern“.

Wo, wenn nicht hier im akademischen Mast-,  pardon: Gastbetrieb an der Giselasstraße konnte der Hochschüler (m / w) für kleines Geld –  egal, ob dieses aus Papas Spendier-Höschen oder vom BaföG-Amt stammte –  unbefangen seiner Fleischeslust frönen und sich ohne Ende „Sättigungsbeilagen“ einverleiben.

Ein in jenen fernen Tagen übl(ich)es Sprichwort besagte: „Nach dem Essen sollst du rauchen oder eine Frau gebrauchen!“

Nun war letzteres Gebot– insbesondere aus moralischen Erwägungen – i.d.R. nicht so leicht umzusetzen.

Als Ersatzbefriedung zog ich mir seinerzeit gierig ein paar „Sargnägel“ in die Bronchien, während ich ziellos durch Schwabing tappte.

Das Schöne: durch den Spaziergang waren rasch wieder ein paar Kalorien verbrannt. Darüber hinaus gelang es dadurch, spielend die oft stundenlange Zeit bis zur nächsten Vorlesung zu überbrücken.

Irgendwann wurden mir die mittäglichen Verdauungstouren zu einem festen Ritual.

Ursprünglich stammte ja ich aus der tiefsten oberschwäbischen Provinz.

München war mir bis zu meiner Übersiedlung im Herbst 1986 weitgehend unvertraut. Von Klassen- und wenigen Einkaufsfahrten her kannte ich eigentlich nur den Marienplatz samt Fußgängerzone, das Deutsche Museum, die Ludwig- und Leopoldstraße und – natürlich! – das damalige IBM-Headquarter am Sederanger.

Alles, was abseits davon lag, war für mich „Terra Incognita“.

Und durch diese latschte ich nun täglich – bei Wind und Wetter –  zu jener Zeit, wenn meine Kommilitonen (w / m) gemütlich in einem Café „Siesta“ machten oder sich im Sommer zu den Nackerten im Englischen Garten gesellten.

Wäre mir jemand auf meinen Rundgängen gefolgt, hätte der aufmerksame Beobachter schnell herausgefunden, was für einen Schmarrn ich daher lief.

Ohne erkennbaren Grund wechselte ich ständig die Richtung. Was mich dazu bewog, blieb mir selbst ebenso rätselhaft, wie der Umstand, warum ich abrupt mal in diese oder jene Straße einbog.

Manchmal glaubte ich mich in bereits bekannten Gefilden zu befinden. Tatsächlich hatte ich mich aber hoffnungslos verlaufen.

Stand ratlos an einer Ecke, wo ich nie zuvor gewesen war. Und wusste nicht mehr weiter.

Meist ergriff mich spätestens dann die Panik, es nicht mehr rechtzeitig zur nächsten Vorlesung zu schaffen.

Also fragte ich Passanten oder Ladenbesitzer, wo sich in der Nähe denn eine U-Bahnstation befände, um rasch wieder in Uni-Nähe zu gelangen.

Noch häufiger als die Verirrungen des zugezogenen Tors waren jene Situationen, in denen er der festen Überzeugung war, sich in einer neuen,  bis dato unbekannten Gegend  zu befinden. In Wirklichkeit war er – nur wenige Minuten zuvor – dort schon einmal gewesen – allerdings aus der anderen Richtung kommend.

Mit der Zeit jedoch häuften sich bei den mittäglichen Expeditionen ins unbekannte Schwabing und Kern-Minga, die Aha-Erlebnisse:

  • „Aha, an diesem Platz steht doch das großartige Jugendstil-Haus mit den goldenen Stuck-Pfauen an der Fassade!“
  • „Aha, die Lore vor der Verwaltung der „Bundesknappschaft“.
    – Komischer Name! Knappschaft, hat wohl etwas mit Bergbau zu tun. Aber gibt´s in und um München überhaupt Erz- oder Kohleförderung?!“
  • Aha, die stolze Stadtvilla, von der mir einst jemand erzählte, hier hätte „der letzte Krupp“ wilde (Sex-)Orgien gefeiert (oder war’s im Priesterseminar nebenan?)

Dieses Anwesen liegt in der Georgenstraße, was sich der Autor irgendwann einmal merkte. Denn so ausgeprägt sein visuelles Gedächtnis war (und wohl immer noch ist), so lausig blieb lebenslang seine Merkfähigkeit für Namen. Was aber nicht weiter tragisch ist, denn Namen sind bekanntlich eh` nur „Schall und Rauch“ (J.W. von Goethe).

Langsam erkannte ich die räumlichen Zusammenhänge. Bald war mir klar, wenn ich da vorne nach rechts abbiege, komme ich in die Straße mit dem Punk-Friseur. Oder in der dritten Gasse auf der linken Seite befindet sich die  U-Bahn-Station mit den schmutzig beigen Seitenwänden und den Säulen in der Mitte, welche mit lauter nur münzgroßen, runden gelben Kacheln verkleidet worden waren.

Kein Ahnung, wie die Haltestelle heißt!

Manchmal schaute ich nach dem Uni-Feierabend zu Hause auf dem Stadtplan nach, ob meine Vorstellungen vom Stadtraum, – ergo: mental maps –  auch den tatsächlichen geografischen bzw. topografischen Gegebenheiten entsprachen.

Ein faszinierender Aspekt von Mental Maps umfasst die Fähigkeit, sich Gegenden, die man in realiter nur zu Fuss auf der Erdoberfläche ergründet hat, plötzlich im Geiste aus der Vogelperspektive vorstellen zu können, so als hätte man diese Areale ursprünglich von einem Hubschrauber aus erkundet.

Nur in der Geschwindigkeit eines Gehers erschließen sich diese kognitiven Strukturen örtlicher Gegebenheiten in perfekter Manier.

Wer dagegen auf zwei oder vier Rädern durch Stadt und Land hetzt, dem entgehen diese Erkenntnisse. Der bleibt geografisch ein Analphabet und bis ans Ende seiner Tage auf die Hilfe seiner virtuellen Fahrassistentin angewiesen.   

Weil ich die oben beschriebenen Aha-Erlebnisse so lieb(t)e, wäre ich, außer es stand ein wichtiger Termin an, nie auf die Idee gekommen, mit dem Falk-Plan (GPS gab es seinerzeit ja genausowenig wie Smartphones) durch die Gegend zu laufen.

Denn nur geleitet durch Zufälle (und das zeichnet den wahren Flaneur aus) erlebte ich auf meinen mittäglichen Streifzügen unzählige Episoden:

Spontan fällt mir ein, wie ich einmal beobachtete, dass ein auffallend kleiner und hagerer Greis, dessen Oberkörper eigenwillig weit nach vorn gebeugt und in sich verdreht war, gerade im Begriff war, die Karl-Theodor-Straße (Ecke Leopoldstraße) zu überqueren.

Obwohl er sich offensichtlich alle Mühe gab, so schnell voran zu kommen, wie es ihm möglich war, schaffte er in der Phase, während die Fussgängerampel ihm “Grün” zeigte, allenfalls drei Meter.

Also blieb der Gute mitten auf der Straße stehen. Sofort hupten die Autos aggressiv. So dass dem alten Mann der Schweiß noch heftiger von der Stirn tropfte.

Nach mehreren Ampelphasen hatte der Hochbetagte die Gegenfahrbahn, wo ein gigantischer Kies-Kipper auf die Weiterfahrt wartete, fast schon passiert, als sich der Fahrer aus dem Fenster beugte und dem Fußlahmen hinterher rief: „Opa, darenn’ Di ned!“ (für alle des Bayerischen nicht mächtigen, die Übersetzung: „Opa, renn` Dich nicht zu Tode!“).

An einem anderen Tag fragte mich ein verhärmt ausehendes und angespannt dreinblickendes Ehepaar (komplett in klassisches Kirchentags-Spießer-Beige gewandet): „Wo befindet sich denn hier (im Englischen Garten, E.W.) dieses Sündenpfuhl?“

Ich kapierte nicht sofort.

Also präzisierte der Mann: „Das  Sündenpfuhl der Nudisten!“, während er sich – leibhaftig – bekreuzigte.

Brav gab ich Auskunft und schaute den beiden hinter her, wie sie sich –  mit umgehängten Ferngläsern – dem Vorhof der Hölle näherten.

Oder ich betrachtete die „irgendwie britisch” anmutenden Semi-Detached Houses in der Kaiserstraße, als Bernd Eichinger lässig an mir vorbei schlappte und sagte: „Machen`s a Hirnfoto“. (Weiß bis heute nicht, ob das als Frage oder Aufforderung gemeint war).

Überhaupt diese Situationskomik und die Begegnungen, die sich während der Entdeckungstouren durch die Münchner Innenstadt ergaben!?

Besonders gern denke ich an die liebenswerte Familie bulgarischer Juden zurück, die in der Karlstraße (wo heutzutage der aalglatte internationale Management-Nachwuchs heran gezüchtet wird, welcher viele der Probleme erst noch verursachen wird, mit der die Gesellschaft dann in Zukunft zu kämpfen hat) einen Imbiss mit osteuropäischen Spezialitäten betrieb.

Jeden Freitag machte ich dort Halt und wurde jedesmal so herzlich empfangen, als wäre ich ein naher Verwandter. Der Wirt hatte in Wirklichkeit Volkswirtschaft studiert; ja sogar promoviert. Doch erkannte das  „Land der Täter“ seinen Abschluss an der Universität Sofia leider nicht an.

Also wagte er in Deutschland den Neuanfang als versierter Koch, der – täglich frisch – eine kleine, aber feine Auswahl unglaublich leckerer Speisen zubereitete.

Irgendwann, Ende der 1980er Jahre erzählte er mir traurig, dass das Gebäude, in dem sich sein Geschäft befand, abgerissen werden sollte.

Als ich nach längeren Semesterferien freudig wieder einmal bei ihm speisen wollte, stand in der Karlstraße ein riesiger Bagger, der sich, so brutal wie ein Raubtier die Eingeweide seiner Beute zerfetzt, mit der Schaufel durch die aufgerissene Fassade des Hauses wühlte.

Nie – und es blutet mir immer noch das Herz – habe ich erfahren, was aus der Familie geworden ist.

Eine andere Zufallsentdeckung war jener bayerische Friseur (der dann jahrzehntelang mein Stamm-Coiffeur wurde), der zusammen mit seiner Frau in der Schleißheimer Straße einen Salon betreibt.

Ihr Sohn, den ich noch als kleinen Hosenscheißer erlebt habe, wurde später in Wellington / Neuseeland einer der leitenden Computer-Animations-Spezialisten, der u.a. an James Camerons „Avatar“, Peter Jacksons „Hobbit-Trilogie“ und diversen Marvel-Abenteuern mitgestaltet hat.

Eine weitere langjährige Bekanntschaft, die ich beim „auf dem Asphalt botanisieren“, wie Walter Benjamin das ziellos, aber dennoch hoch aufmerksame Flanieren durch den urbanen Raum umschrieb, war die Chefin (und anfangs auch Köchin) einer unweit des Stiglmaierplatzes gelegenen Asia-Küche.

Diese ungemein quirlige und sympathische Frau gehörte den Hoa an –  der chinesischen Minderheit in Vietnam. Als der Süden des Landes den masslos mörderischen Krieg, den sich US-Amerika und der Vietcong lieferte, 1975 endgültig verloren hatte, setzten ihre Eltern – von Angst und Hoffnungslosigkeit getrieben –  die einzige, noch jugendliche Tochter in eine völlig überfüllte Dschunke.

Auf offner See erwartete das Mädchen, jämmerlich zu ertrinken. Als Angehörige der ehemaligen Saigoner Oberschicht und und gläubige Buddhistin fürchtete sie diesen grausamen Tod jedoch weniger als die Rache der “Roten” aus dem Norden Vietnams.

Wider Erwarten wurde das Mädchen aus Seenot gerettet und landete nach einer Odyssee, deren Einzelheiten ich leider nicht mehr parat habe, schließlich in München.

Als ich bei einem meiner Rundgänge in ihre kleine Küche stolperte, wusste ich noch nicht, dass ich einer der ersten Kunden ihrer Gastro-Bar war. Sie hatte das Geschäft erst am Morgen eröffnet, ohne groß dafür die Reklametrommel zu rühren (nicht einmal eine Banderole mit „Neueröffnung“ hing im Schaufenster).

Bei ein paar Frühlingsrollen und einem Teller köstlich garnierter, gebratener Nudeln mit fernöstlichem Gemüse kamen wir in einen Dialog – im wahrsten Sinne des Wortes – über Gott und die Welt.

Beim nächsten Besuch wusste sie noch ganz genau, worüber wir das letzte Mal geredet hatten und fand sofort einen Aufhänger, um den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen.

Phänomenal – ihr Gedächtnis und unglaublich wach ihr Geist. Bis heute verlangt mir die Kraftanstrengung allergrößten Respekt ab, wie sie nach Ladenschluss in der Abendschule das Abitur machte und später sogar anfing, an der Fern-Uni Betriebswirtschaft zu studieren.

Irgendwann lud Sie mich ein – was ich als große Ehre empfand – zusammen mit ihrer buddhistischen Gemeinde im „Garten von Duft und Pracht“ – dem chinesischen Pavillon im Westpark – 春節 / 春节 / Chunjie, sprich: das Neujahrsfest zu feiern. Auch wenn es an diesem Februartag in dem kleinen Tempel unglaublich eisig war, wird mir diese fröhliche und zugleich tief religiöse Feier für immer unvergessen bleiben.

Warum erzähle ich das alles?

Seit dieses vermaledeite Virus in der Welt ist, wird mir die Leidenschaft für das Laufen schmerzlich getrübt.

Es macht einfach keinen Spaß, wenn einem jeder Fußgänger oder Radfahrer ( w / m / d) als potentieller Superspreader begegnet, der einem – en passant – den tödlichen Krankheitskeim entgegen schleudern könnte.

Was ist das Menschenbild, wenn man in seinem/r Nächsten ( w / m / d) statt eines Mitbürgers immer  zuerst einen Risikoträger vermuten kann / muss?!

Ja schlimmer noch: wenn von einem selbst die Gefahr ausgehen könnte?! Und das auch noch ohne es zu wissen, da diese Krönung eines niederträchtigen Virus’ ja von Menschen weiter verbreitet werden kann, die nicht daran erkranken oder allenfalls leichte, unspezifische Symptome aufweisen.

Aus diesen Gründen gehe ich viel seltener aus dem Haus als vor der C-rise. Und wenn, dann nur zu Zeiten, von denen ich vermute, dass die Straßen und Gehsteige menschenleer(er) als zu den Stoßzeiten sind.

Ergo ergeben sich weniger Gelegenheiten zu spontanen Gesprächen.

Auch sehe ich vertraute Gesichter (lange) nicht mehr.

Der Gedankenaustausch wird seltener.

Das soziale Leben verkümmert.

Das macht mich traurig

und  – nun ja –

wütend.

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So flach! – cRise Serie: Beitrag 2

Flat Earth Alu Hat
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Das Beispiel der Wikinger zeigt, dass wer ohne Plan auf Pergament, Papier oder “Rechner” durch die Weltgeschichte „eiert“, eher “schlechte Karten” hat.

Hätte Leif seine Expedition schriftlich, graphisch und / oder in der “Sprache” der Mathematik fixiert – auf deren Prinzipien und Forme(l)n die Nautik als „Wissenschaft und Lehre von der Führung eines Schiffes” ja fusst – niemand würde heutzutage den Namen Christoph Kolumbus’ kennen.

Außerdem wäre es Leif dann, falls er doch noch eine Leidenschaft für Wein („Alk is Alk!“) entwickelt hätte, leichter gelungen, wieder zu jenem öden Landstrich zurückzukehren.

Genau jene Wiederholbarkeit, ein i.d.R. abstrahierter Code bzw. eigene Darstellungsweisen sind u.a. Wesenszüge jeder (natur-) wissenschaftlichen Methodik.

Ein solcher Ansatz fällt nicht vom Himmel, kommt nicht von Gott oder gar vom Leibhaftigen, sondern muss in jeder Disziplin erst von besonders schlauen Menschen entwickelt werden.

Höchste Zeit, die Definition für Kartografie (auf Wikipedia, Stand: 13.05.2020) “vom Stapel” zu lassen, um in der Sprache der Seefahrt zu bleiben:

” Kartografie (auch Kartographie) ist die Wissenschaft und Technik zur Darstellung von Himmelskörpern in topografischen und thematischen Karten, im einfachsten Fall Landkarten. Allgemeiner definiert, vermittelt und veranschaulicht sie raumbezogene Informationen (zum Beispiel Geoinformationen) mit analogen und digitalen Verfahren für unterschiedliche Medien. Die Hersteller dieser Medien heißen Kartografen.

Schon die frühzeitlichen Menschen kratzten mutmaßlich mit Holzstöckchen primitive Karten in den Boden, um ihresgleichen Wegbeschreibungen in die – mitunter ewigen – Jagdgründe mit auf die Pirsch zu geben.

Klar, dass diese Pläne heutzutage nicht mehr erhalten sind, weil “vom Winde verweht”.

So gilt manchen Experten ein beim ukrainischen Nest „Meschyritsch / Mжирічin“ gefundenes Stück Mammut-Stoßzahn als ältestes bekanntes kartographisches Artefakt. Im Gebiet des heutigen Oblast „Tscherkassy“ siedelnde „Flintstones“ sollen demnach um 13.000 vor Christi Geburt eine Darstellung ihrer Hüttensiedlung ins Elfenbein geritzt haben.

Andere Fachleute halten die um 6200 v. Chr. nahe Çatalhöyük / Türkei geschaffenen Wandmalereien, auf denen es einem “jungsteinzeitlichen da Vinci” nicht nur gelang, die unverwechselbare Silhouette des Vulkans Hasan Dağı festzuhalten, sondern auch einigermaßen positionsgetreu die Lage und Struktur des damaligen Dorfes hinzupinseln, als erstes Kartenwerk.

Kommen wir noch einmal auf das Stichwort „Wissenschaft“ zurück.

Das Gegenteil von Wissen(-schaft) sind Unwissen und Dummheit.

Letztere äußert sich u.a. darin, dass es auch heutzutage noch zahlreiche Typen (w / m / d) gibt, die der felsenfesten Überzeugung sind, die Erde sei eine flache „Scheibe“ (einfach mal „Flat Earth Society“ googlen).

Dabei hat bereits Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Christus eine logische Argumentation dafür aufgestellt, dass die Erde eine Kugelgestalt besitzt.

Bewiesen wurde seine Hypothese dann von einem weiteren Universalgenie der Antike – Eratosthenes.

Und zwar durch die von Aristoteles postulierte Beobachtung, die jede/r ganz einfach selbst nachvollziehen kann.

Man / frau beobachte ein Boot oder Schiff, das auf das offene Meer hinaus fährt.

Dabei kommt es zwangsläufig zu folgender, unbestreitbarer Beobachtung: Je weiter sich das Boot entfernt, umso mehr “verschwindet” der Rumpf des Bootes / Schiffs in der Oberfläche des Meeres, bis am Schluss nur noch die Spitze des Schornsteins oder Segels zu sehen ist, bevor diese – kurz darauf –  vollends unterhalb der bogenförmigen Horizontlinie abtaucht.

Nur wenn die Oberfläche der Erde gekrümmt ist, verschwindet ein Wasserfahrzeug auf diese Weise aus dem Blickfeld des Beobachters.

Und wenn die Oberfläche der Erde gekrümmt ist, ergibt sich als deren vollständige Grundform etwas Kugelförmiges – und keine flache Scheibe.

Dies zu bestreiten, war, solange es noch keine Satelliten und Raumfahrt gab, zwar noch möglich, wenn auch unsinnig, ja: schwachsinnig.

Spätestens seitdem der Blick vom Orbit aus auf die Erde möglich ist, sollte der letzte Zweifel an der Kugelgestalt jedoch endgültig verstummt sein.

Wider besseres Wissen lauthals anzuschreien und anzupöbeln, kann als trauriges Phänomen unserer Tage konstatiert werden.

Da wird in vielen US-Bundesstaaten statt Charles Darwins Evolutionstheorie die krude Lehre vom “Intelligent (von wegen!) Design” verbreitet.

Wird die drohende “Klimakatastrophe”, die – empirisch belegt – immer gravierender auszufallen droht, einfach geleugnet oder schnöde bagatellisiert, um weiterhin gewissenlos über alle Verhältnisse zu leben, so als gäbe es drei Erden, die wir (Un-)Menschen plündern und zerstören können.

Und last but not least: da ziehen jede Woche tausende –  oft mit einem Alu-Hut bewehrt – verbohrte Impfgegner (“Gib Gates keine Chance!”), rechtsradikale Verschwörungstheoretiker (“Der Jude ist Schuld!”), linksradikale Wirrköpfe (“Das System möchte uns versklaven!”) dreist ohne Mundschutz auf die zentralen Plätze unserer Großstädte und sondern den übelsten verbalen Müll ab, den man sich – besser nicht! – vorstellen kann.

So dass man sich zwangsläufig fragt, warum hat sich dieses vermaledeite Virus eigentlich nicht die Dummeit als “Risikogruppe” auserkoren?!

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Wein! – cRise Serie: Beitrag 1

Seit gut zwei Wochen arbeitet meine Frau, die als Kartographie-Ingenieurin tätig ist, nun im Home-Office.

Das ist in Zeiten wie diesen nicht ungewöhnlich, also eigentlich nicht der Rede bzw. ein Posting wert.

Geht man (* = w / m / d) die Angelegenheit jedoch etwas tief- und hintergründiger an, was an hier anschließend versucht wird, dann, ja dann… lesen Sie selbst!

So viel sei vorab verraten, dass ihr Heim-Arbeitsplatz ein Musterbeispiel für die „Globalisierung“ aufgezeigt, die – nicht nur meiner unbedeutenden Meinung nach – maßgeblich zur Entstehung und Ausbreitung der gegenwärtigen Pandemie beigetragen hat.

Jahrhunderte, genauer: Jahrtausende lang kamen die meisten Menschen ihren „Lebtag lang“ nicht weiter als höchstens 50 km um ihren Heimat- und Wohnort herum.

Sie hatten – unsanft nachgeholfen durch die Dogmen der Kirche und die Dominanz der höheren Stände – verinnerlicht, was der Mathematiker, Physiker und Philosoph Blaise Pascal in sein berühmtes Bonmot „kleidete“: „Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.“

Na, so langsam hören Sie (leise, ganz ganz leise) die Nachtigall trapsen!

Doch es gab – wie aktuell – immer auch Typen, die es zu Hause einfach nicht aushielten, die in den eigenen vier Wänden verrückt zu werden drohten.

So machten sich lange vor Kolumbus die Wikinger – angetrieben von der Gier nach Gold und anderen Kostbarkeiten – auf zu neuen Ufern.

Diese erreichten Sie jedoch nicht, indem sie „das Navi“ einschalteten oder ihre Route vorab „mit dem Finger auf der Landkarte“ planten. Letztere gab es in einer Kultur, die, wie jene der kriegerischen Händler bzw. handeltreibenden Krieger* überwiegend auf mündlichen Überlieferungen beruhte, genauso wenig wie Seekarten.

Dennoch wagten sich die die Nordmänner* um das Jahr 1000 herum per Schiff vom damals, infolge der „mittelalterlichen Warmzeit“ tatsächlich „gr(ö/ü)nen“ Grönland aus, über sturmgepeitschte Randmeere des Atlantiks (Baffin Bay, Davis Strait, Labrador See), wo zuvor nie eine Menschenseele gecruised hatte.

Und landeten in Person von Leif Eriksson und seiner Crew an bis dato (zumindest aus europäischer Perspektive) unbekannten Gestaden.

Leif & Co. kam jedoch nicht einmal der Gedanke, dass er gerade – beinahe ein halbes Jahrtausend vor Kolumbus – einen (zumindest aus europäischer Perspektive „neuen“) Kontinent entdeckt hatte.

Vielmehr registrierte er wohl zunehmend frustriert, dass sich der Nordosten Kanadas / Amerikas küstenseitig (ins unbekannte Landesinnere trauten sich Seefahrer auch zu späteren Zeiten i.d.R nicht) eher eintönig, menschenleer – ergo: ohne Handelspartner / Opfer für Plünderungen – und offensichtlich nicht mit Bodenschätzen gesegnet, darbot.

Also lenkten die „Vikings“ ihre Barke weiter Richtung Süden, bis sie vor einer Insel ankerten, die sie „Vinland“ (mutmaßlich das heutige Neufundland) tauften, weil der „Käpt`n“ und seine Mannen* dort leif-haftig Pflanzen erblickten, welche sie an Weinstöcke erinnerten.

Das war zu viel für die passionierten Met- und Biersäufer.

Verdrießt befahl ihr Kommandant : „Los Jungs*, wir kehren um!“

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cRise Blog: Tote Fenster

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
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Ich spiele seit beinahe 20 Jahren ein Spiel, von dem (wie sinnvoll!) nur ich weiß, dass ich es spiele…

Nein…

dieser Satz…

funktioniert nicht!


Also noch ‘mal von vorn!

Seit beinahe zwei Jahrzehnten warte ich auf den Moment…

Auf den Moment, wenn, von den Fenstern der Räume “unserer” Wohnung aus (ist ‘ne Mietwohnung), die ich des Nächtens noch betreten kann, weil niemand darin schläft…

(Also der Beginn ist in seiner Verschwurbeltheit auch nicht gerade der Bringer!)

Die Räume, in denen nach Mitternacht und später i.d.R. (noch) niemand schläft, sind das Wohnzimmer, mein Schlafzimmer, das Bad und die Küche.

Von unserem kleinen, sehr kleinen Salon (der zugleich als mein Büro / Atelier fungiert)  blickt man (*) auf den Verwaltungshof der Borstei und – sofern man (dito: *) bei geöffnetem Fenster “um die Ecke(n, E.W.)” schaut, auf den Gebäudetrakt der Dachauer Straße entlang, bis hin zur rückseitigen Ecke an der Pickelstraße (die heißt wirklich so!).

Stellt man (das * gilt ab sofort vorab für all meine Texte, also für feminine frau’s und männliche man’s  E.W)…

Also:

Stellt man sich in der Küche an das Fenster, überblickt man / frau beinahe die gesamte “Laden-Straße” (amtlich: die Franz-Marc-Straße) mit Ihren Geschäften, dem Café und Pub.

Darüber hinaus, wenn sich der Beobachter (* – jetzt haben Sie es kapiert!) leicht nach vorne aus dem dem nunmehr geöffneten Fenster lehnt,  gelingt es ihm / ihr, bis zum Ende des Weidenhofes zu spähen.

Weitaus eingeschränkter ist das Sichtfeld von meiner Schlafkammer (und vom Bad) aus, was bei den nämlichen Räumen an der Größe –  will sagen –  an der  “Kleinigkeit” von Fenstern liegt, die darin verbaut wurden.

Von allen vier Standpunkten und Beobachtungsposten zusammen erblickt mit Leichtigkeit die Fenster von einigen Dutzend Wohnungen.

Und jetzt zum “Spiel”:

In der Regel sind nach Mitternacht die Räume dort dunkel, weil die Bewohner bereits zu Bette gegangen sind oder außer Haus weilen!

Vereinzelt sieht man jedoch noch beleuchtete Fenster, etwa weil jemand (wie ich) bevorzugt abends und nächtens arbeitet und herumwerkelt, oder in den Fernseher, ins Tablet oder Smartphone starrt — und damit zumindest etwas das Fenster vom Wohnungsinneren her beleuchtet.

Seit beinahe zwei Jahrzehnten warte ich nunmehr schon auf den Moment, zu dem alle (mir einsehbaren) Fenster komplett dunkel sind.

Doch zu welcher schlaftrunkenen Zeit ich auch aufstehe***, ich konnte ihn bisher nie erleben. Irgendwo und irgendwie leuchtet immer ein noch so schwaches Lichtchen, und sei es der Geist der Bewohner.

*** Natürlich bleibe ich, um dieses Ereignis zu registrieren, nicht extra auf, sondern schau kurz raus, wenn ich etwa des nächtens “austreten” muss.

Heute am Tag der C-bedingten “Ausgangssperre”, die offiziell nicht so heißt, aber eine ist, kann man im ganzen Haus kurz nach Mitternacht fast keinen Ton vernehmen. Es ist unheimlich still hier.

Und hörte ich beim Verfassen dieser Wörter nicht das Kratzen meines Kulis auf dem Papier, die Ruhe käme mir gespentisch vor.

Draußen hat es leicht geschneit –  der Winter gibt noch einmal ein kurzes Stelldichein.

Das bemerke ich ebenso, wie dass bereits um 0.45 Uhr am 22.03.2020 von den genannten Beobachtungsposten aus, so gut wie alle Fenster “dunkel” erscheinen.

 

Unheimlich, surreal! Die (Menschen-)Leere auf dem Münchner Marienplatz am 21.03.2020 gegen 13 Uhr. Screenshot: Gesehen via Webcam auf dem "Alten Peter" von https://www.muenchen.de 
Unheimlich, surreal! Die (Menschen-)Leere auf dem Münchner Marienplatz am 21.03.2020 gegen 13 Uhr. Screenshot: Gesehen via Webcam auf dem “Alten Peter” von https://www.muenchen.de

Habe gestern (21.03.2020) um die Mittagszeit via Internet die Webcam auf dem “Alten Peter” am Münchner Viktualienmarkt ebenso betrachtet, wie jene auf dem Olympiaturm.

Auf den Straßen und Plätzen , die von dort eingesehen werden konnten, “verliefen” sich nur vereinzelt Menschen (aber vielleicht lag’s auch nur am nasskalten, stürmischen Wetter).

Man bemerkte selbst aus der Distanz und Perspektive (wie sie so eine Webcam technisch bedingt), dass die Orte diesen Passanten surreal vorkommen mussten. Und registrierte, dass und wie diese Menschen – wie von den unheimlichen Durchsagen per Feuerwehrautos verlangt, die seit gestern durch die Straßen fahren – einander aus dem Weg gingen und bewußt räumliche Distanz zueinander aufbauten.

Auch die Ladenstraße in der Borstei war ganztags wie – nun ja – “ausgestorben”.

Bildeten sich, etwa vor dem Bäcker, Menschenschlangen hielten die Leute – beinahe schon demonstrativ – einen Mindestabstand von gut einem Meter fuffzich.

Jedoch beobachtete ich wiederholt auch einzelne Ignoranten und Provokateure, die solche “Queues” frecherweise mittendrin durchschnitten, bzw. durchschritten.

Endlich haben die meisten Leute den Ernst der Lage verstanden.

Ganz anders – in den letzten Tagen.

Bei sonnigstem Frühfrühlings-Wetter standen –  ganztags und nicht nur in der Ladenstraße Latte-Machiatto-Muttis und Hipster-Papas – in häufig wechselnden Gruppen (“HWG” – wer kennt das noch ? – war früher mal ein Straftatbestand) zusammen, um stundenlang zu ratschen, während ihre Bälger die ganze Zeit laut kreischend (die oft rosa gekleidete Terrorgruppe) oder brüllend (die himmelblaue) wild durcheinander rannten, um “das Virus” (wahlweise auch “das neuartige C…-Virus –  ich kann`s nicht mehr hören!) möglichst flächendeckend und bis in die verborgensten Winkel der Borstei hinein, zu verteilen.

Was für egoistische, gemeingefährliche Deadheads!

Nur weil die letzte Woche (angesichts der Lage: leider) sonniges Wetter herrschte, glaubten diese Hohlkörper, sie müssten einander besonders nahe auf die Pelle rücken.

 

Sorglos oder hirnlos? Eine Stimmung wie im "Club Méditerranée"! Gesehen am Radl-Berg des Münchner Olympia-Parks, 18.03.2020 gegen 16 Uhr.
Sorglos oder hirnlos? Eine Stimmung wie im “Club Méditerranée”! Gesehen am Radl-Berg des Münchner Olympia-Parks, 18.03.2020 gegen 16 Uhr.

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© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Diese Sites sollen nun so genutzt werden, wie das Format “WordPress”, das ihnen zugrunde liegt, ursprünglich einmal gedacht hat – als Blog.

Ich werde an dieser Stelle also meine Empfindungen, Eindrücke und Gedanken, die wirr und schwermütig sein können, ja sein werden, “zu Papier” bringen, sprich: ins “Netz”.

Bestimmt werde ich viel Unsinniges schreiben, aber hoffentlich wenigstens hin und wieder ‘mal auch etwas Humorvolles und Geistreiches.

Es werden auf diesen Websites fortan sicher keine profunden Analysen publiziert, vielmehr spontane Assoziationen.

Doch was auch immer an dieser Stelle erscheinen wird, es wird i.d.R. nachträglich nicht redigiert, nicht korrigiert werden.

So soll möglichst authentisch “rüber kommen”, wie hysterisch und erschüttert, aber auch optimistisch und ironisch ich gerade bin. Oder – in der Nachschau – einmal in der jeweiligen Situation war.

Ich werde die Postings nicht regelmäßig, in eindeutigen Intervallen oder zu fixen Zeitpunkten am Tag im WWW platzieren.

Vielmehr dann, wenn mir – hoffentlich! – etwas einfällt oder es mir meine Einfalt gebietet.

Wie lange?

Ich weiß es nicht – leider!

Wer kann schon ermessen, wie lange diese (nach einer mexikanischen Biersorte – haha, wie flach war das denn?!) benannte Pandemie anhält?!

Es wäre großartig, wenn ich schreiben kann und werde, bis die “Ausnahmesituation” (Welch ein Kackwort für eine monatelange Krise, denn eine Situation vergeht flugs!) entgültig vorüber ist.

Ich hoffe, ja bete dafür, dass meine liebe Frau und meine beiden großartigen Kinder diese Bedrohung ebenso unbeschadet überstehen wie gute Freunde (w / m) und Verwandte (w / m), ja wie alle guten Menschen auf dieser Welt.

Ich wünsch uns und mir, dass ich meiner Familie ein guter und hilfreicher Vater sein und meinen Freunden jene Unterstützung geben werde, die sie brauchen.

Ich freue mich darauf, wenn der ganze Irrsinn passé ist – unsere Freunde und Bekannten wieder zu sehen, mit ihnen zu spaßen, Erinnerungen und Empfindungen auszutauschen.

Wir werden dann – da mache ich mir leider keine Illusionen – liebe Mitmenschen vermissen – leider für immer.

Uns werden möglicherweise die Worte fehlen. Oder wir werden nicht die passenden finden.

Warum müssen unsere Kinder so einen Shit erleben? Was müssen sie in Zukunft sonst noch alles mitmachen in ihrer lange, hoffentlich dennoch erfüllten und schönen Vita?

Ich hoffe, dass wir Eltern ihnen lange, sehr lange zur Seite stehen können, dass wir die Kraft und die Zuversicht haben, dass nicht nur wir vier hier, nicht resignieren (und wenn, allenfalls kurzfristig).

Wir sehen uns bald wieder!

Bis dahin: bleiben Sie gesund und verlieren Sie nicht – es soll bewußt das letzte Wort dieser Einleitung sein – den – jetzt kommt‘s – Humor.

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Eat fast – die faster!

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Ich grüble über die letzten Worte eines Werbetextes nach.

Zeitdruck.

Mein Vorschlag muss bis spätestens um 18 Uhr bei der Agentur sein, damit die Grafikerin über das Wochenende passende Layouts dazu gestalten kann.

Derweil verstaut JackieFakkin sein Werkzeug samt Zubehör in einem Rucksack. Verschickt letzte Mails –will sicher gehen, dass zum Treffen möglichst viele Leute kommen.

Auf facebook gibt er sich als Mädchen aus. Zeigt sich scheinbar großzügig: „ich spendiere euch was wenn ihr wollt aber nicht zu teuer.“ („Deutsch“ will er sein, aber „Deutsch“ ist nicht gerade seine Stärke)

Das Wetter an diesem Tag: sommerlich warm. Also standen die Fenster in meinem Büro die ganze Zeit offen.

Von hier aus fiele der Blick auf ein Teilstück der längsten Straße Münchens, würde diese nicht vom Gebäudetrakt gegenüber abgeriegelt.

Die Dachauer Straße.

Eine sowohl stadteinwärts als auch -auswärts zweispurig angelegte Hauptverkehrsachse, die in beiden Richtungen jeweils von einem Radweg flankiert wird.

Die Spur Richtung Moosach strampelt um ca. Viertel nach Vier auf seinem Drahtesel ein etwas übergewichtiger Jugendlicher entlang.

Passiert – kaum 35 meter von meinem Schreibtisch entfernt – die Borstei, wo ich wohne und arbeite.

„Wäre mir bewusst gewesen, was passiert, …

bestimmt hätte ich etwas unternommen!“

Haha!

Ausgerechnet Du!

Glaubst Du doch selbst nicht!

Lächerlich!

Einen Scheiss hättest Du…

100 Pro hätte Dir der Mumm gefehlt, den Kerl von seinem Bike zu stossen….

Ihn aufzuhalten, auszuschalten. 

Erinners’te Dich noch?

Wie erleichtert Du warst, als…

… Du den Text endlich fertig gestellt hattest.

… im Mail-Programm der Status „Gesendet“ angezeigt wurde.

Nur wenige Minuten später kam das „Okay“ – ungewöhnlich vom Agentur-Chef höchstpersönlich!

Noch atypischer, dass er die „Freigabe“ mit einem „Schönes Wochenende!“ abschloss, einem „Danke!“ sogar!

Vermutlich hatte er am WE „ein Date“ oder er „weinstein-erte“ gerade eine „Praktikantin“, als er die Nachricht absetzte.

Egal.

Feierabend.

Das übliche Wocheneinstiegs-Ritual begann (siehe https://noumenon.de/boese-zungen/).

Um halb sechs herum setze mich auf das gemütliche Korbsofa im Büro.

Griff das „SZ-Magazin“ aus dem Hauptteil der „Süddeutschen“.

Es dauerte eine gewisse Zeit, bis mir auffiel, dass in der Gegend ununterbrochen Martinshörner ertönten.

Die Warnlaute stammten von Fahrzeugen, die sich –  von der City her kommend –  in rasanter Fahrt näherten, wobei der Lärmpegel der Alarmgeräusche genauso schlagartig anschwoll, wie er fast augenblicklich wieder erstarb, als die PKWs – an der “Borstei” vorbei brausend – weiter Richtung Stadtrand flitzten.

Bald hörte man über der Stadt ein nicht enden wollendes Konzert von Sirenen, die in den unterschiedlichsten Entfernungen und Klangfarben von einer unheilvollen Situation kündeten.

Ich schaute aus allen Fenstern, auch um die Ecke.

Erwartete am Himmel irgendwo eine gigantische Rauchsäule.

Ein Flugzeugabsturz?

Eine Explosion?

Nicht die kleinste Schwade fand sich am wolkenlosen, tiefblauen Himmel

Also schaltete ich das Radio an und das Tablet!

Eine Eilmeldung?

Ein Aufruf an die Bevölkerung,

… Ruhe zu bewahren!

Nichts davon war dort zu hören bzw. lesen.

Nur die üblichen Allerweltsnachrichten.

Fortsetzung folgt.


#munich

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#reportage
#münchen

Ausgeliefert (sein)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Es war einmal eine Firma, deren drei Buchstaben früher für „Deutscher Paket Dienst“ standen.

Dann – laut Wikipedia – für „Dynamic Parcel Distribution“.

Und heutzutage?

Bedeuten die drei Lettern („Nein, nicht die Post-Tochter!“
– nennen wir die Firma vorsichtshalber mal „d?!“) offenkundig:
„dIE (volle) pACKUNG dESASTER“.

Letzte Woche Dienstag (08.01.) bestellte ich bei einem großen Bürobedarf-Anbieter einen kleinen Rollcontainer.

Die Lieferung wurde mir für vergangenen Freitag (10.01.) angekündigt.

Also blieb ich an diesem Tag in meinem Büro, um die Lieferung persönlich anzunehmen und dem Auslieferungs-Fahrer – im wahrsten Sinne des Wortes – entgegenzukommen, damit er das 11 kg schwere Möbel nicht in den vierten Stock wuchten musste.

Doch der d?!-Fahrer dachte unterdessen nicht daran, sich auf den Weg zu meiner Haustür zu machen und bei mir zu klingeln.

Vielmehr pappte er auf das Paket einfach ein Label, auf dem er „verzogen“ vermerkte.

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#paketdienst #logistik #versandhandel #versender #chaos #parcel #expressdienst  #geopost

Böse Zungen (Fortsetzung 1)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

 

( . . . )

(Rückblende 2)

Montag, 03. Oktober 2011

Zu seinem siebten Geburtstag lud das jüngste Kind der Familie mehrere Klassenkameraden ein.

Highlight der Party war eine „Rallye“, bei der die Kids anhand eines Fragebogens mit Foto-Ausschnitten bestimmte Ecken und Sehenswürdigkeiten in der denkmalgeschützten Wohnsiedlung, wo die Gastgeberfamilie lebte, finden sollten.

Also zog eine Gruppe von etwa 10 Kindern los, um Aufgabe für Aufgabe zu erledigen, dafür jeweils eine Belohnung sowie einen Hinweis in Form eines Buchstabens zu erhalten, so dass sich mit der Zeit ein Lösungswort ergab, das offenbarte, wo eine große Schatzkiste mit Süßigkeiten und kleinen Gimmicks versteckt war.

So fröhlich und engagiert die Kinder lange Zeit unterwegs waren, plötzlich stoppte die Entdecker-Crew.

Der Grund: auf dem Gehsteig vor ihnen und im Weg stand Vin „Gustl“ Ratzinger de la Grassa, mit dem die meisten Gäste der Birthday-Party –  inklusive des Geburtstagskindes – seit wenigen Tagen in die gleiche, 1. Grundschulklasse gingen.

Vin, den die Klassenkameraden “Diesel” nannten,  war der Gegenstand mehrerer Gespräche, welche die Eltern vorab mit dem Geburtstagskind geführt hatten. Doch so oft sie den Versuch unternahmen, ihren Filius dazu zu bewegen, Vin auch zur Feier einzuladen – u.a. weil er in derselben Wohnsiedlung lebte – umso vehementer verweigerte sich der Sohnemann diesem Ansinnen.

Wie beliebt “Diesel” bei seinen Klassenkameraden bereits nach gut zwei Wochen gemeinsamer Schulzeit war, zeigte sich, als die Gruppe wort- und grußlos vor Vin Kehrt machte, um auf einem anderen Wege den nächsten Rätsel-Hinweis zu finden.

(Geraume Zeit später erzählte die Mama des Geburtstagskindes einmal, sie wäre von Tacca Ratzinger de la Grassa – Vins Mutter – angesprochen worden, ob die beiden Söhne nicht einmal miteinander spielen könnten, weil sich der junge Ratzinger “schwer damit tun würde, Freunde zu finden”. Als Grund hierfür gab die de la Grassa ernsthaft folgenden an: “Junior” hätte leider eine Rot-Grün-Blindheit.)


(Rückblende 3)

Dienstag, 28. Oktober 2014

Seit ein paar Jahren geistert eine Figur durch die Gazetten, deren Existenz ich lange – vorwiegend aus einem moralischen Impedus heraus – anzweifelte.

Als ich vor geraumer Zeit unvermittelt einer solchen Kreatur begegnete, dauerte es jedoch nur Bruchteile einer Sekunde, bis meine Skepsis schlagartig der Erkenntnis wich, dass dieses Wesen keine Schimäre war, sondern real aus Fleisch und Blut…

… gerade vor meinen Augen agierte.

Und zwar mustergültig, denn ich hatte es mit einem wahren Prachtexemplar dieser Spezies zu tun.

Fortsetzung folgt.


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Böse Zungen

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Freitag Abend.

Endlich Feierabend.

Auf dem Tisch liegt die „SÜDDEUTSCHE“ – so unberührt und bewußt makellos faltenlos, wie sie am morgen gekauft wurde.

Vorfreude.

Die Lektüre.

Der perfekte Start ins Wochenende.

Quality time.

Ein routinierter Griff hinter das letzte “Buch“ der SZ…
… schon halte ich das „Magazin“ in Händen.

Kurzer Blick auf Cover und Schlagzeile.

Einmal, zweimal geblättert.

Gerade als ich eine meiner Lieblingsrubriken – SAGEN SIE JETZT NICHTS  – aufschlage, klingelt das Telefon.

Echt, muss das jetzt sein?!

Genervt schaue ich auf das Display des „Mobilteils“.

Eine mir unbekannte Münchner Nummer.

Könnte der Klassenkamerad eines meiner Kinder sein.

Nur deshalb gehe ich ran.

Nicht ahnend, dass sich gleich jemand entblöden wird.


(Rückblende 1)

Samstag, 19. Juli 2014

Warum ich auf dem Weg zur „ABSOLUT-Villa” seinerzeit beim Lidl an der Ecke Station machte?!

Keine Ahnung!

Ich weiss nur noch, dass ich angespannt war, “Lampenfieber” hatte.

Hinter mir lagen zwei groß-art-ige Tage, während derer 6 Künstler(-gruppen) und meine Wenigkeit in Pullach bei München eine gänzlich Weiss getünchte Villa mit Ideen, Formen und Farben erfüllt hatten.
Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=YUm54B-rivg

Auftraggeber war das schwedische Unternehmen ABSOLUT Vodka, das mit diesem kunstvollen Projekt den Startschuss für die internationale Kampagne “Transform Today“ gab.

Offenbar erfolgreich, wie die Resonanz seitens der am Vorabend zahlreich erschienenen Medien-Vertreter später ergab.

Krönender Abschluss sollte an besagtem Samstag die Ausstellung der eigens für den Event geschaffenen Werke und Räume sein – präsentiert im Rahmen einer riesigen Party mit ca. 400 Leuten und DJ-Sets u.a. von Mike Skinner / THE STREETS.

Auf dem Weg zur Kasse bemerkte ich zunächst nicht, wer vor mir in der Wartechlange stand.

Erst als der Mann  – warum auch immer – nach hinten blickte, erkannte ich ihn – Arnold Ratzinger, der Vater von Kindern, die zeitweise in die gleiche Klasse gingen wie mein Nachwuchs.

Wir grüßten uns, wie man  jemanden begegnet, den man “nur vom Ansehen”  kennt.

Obwohl mir nicht nach Small Talk und schon gar nicht nach einem längeren Gespräch zumute war, berichtete ich wohl kurz von dem ABSOLUT-Projekt.

Auf einmal drehte sich vor Ratzinger ein grobschlächtiger Kerl nach mir um, fuchtelte – in einer verächtlichen Pose – mit seinen Händen vor meinem Gesicht  und ging mich (im schmierigsten Österreichisch, das ich je gehört habe) laut und aggressiv an:
Bist an Alkoholiker? Sag, bist an Alkoholiker?

Bis heute ärgere ich mich, nicht umgehend auf eine Entschuldigung bestanden zu haben.

Ich sah seinerzeit davon ab, um mir den Tag, der zu den Highlights meines Künstlerdaseins zählen sollte, nicht noch weiter von diesem impertinenten Einfaltspinsel eintrüben zu lassen.

Also zog ich nach dem Bezahlen wortlos von dannen – schockiert und zutiefst verletzt über diesen Fauxpas.

Zum Glück erwartete mich mit der ABSOLUT-Villa ein freundlicher Ort, wo ich eine grandiose Nacht erlebte.

Erst Monate später kam ich durch Zufall darauf, dass der „Asi-Ösi“ der Vater von Arnold Ratzinger war, der während des ganzen – gelinde gesagt – unerfreulichen Zwischenfalls so unbeteiligt daneben gestanden hatte, als hätte er mit dem „Schandmaul“ nichts zu tun.


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