Ausgeliefert (sein)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
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Es gab einmal eine Firma, deren drei Buchstaben früher für „Deutscher Paket Dienst“ standen.

Dann – laut Wikipedia – für „Dynamic Parcel Distribution“.

Und heutzutage?

Bedeuten die drei Lettern („Nein, nicht die Post-Tochter!“
– nennen wir die Firma vorsichtshalber mal „d?!“) offenkundig:
„dIE (volle) pACKUNG dESASTER“.

Letzte Woche Dienstag bestellte ich bei einem großen Bürobedarf-Anbieter einen kleinen Rollcontainer.

Die Lieferung wurde mir für vergangenen Freitag angekündigt.

Also blieb ich an diesem Tag im Büroatelier, um die Lieferung persönlich entgegen zu nehmen und dem Auslieferungs-Fahrer – im wahrsten Sinne des Wortes – entgegen zu kommen, damit er das 11 kg schwere Möbel nicht in den vierten Stock wuchten musste.

Doch der d?!-Fahrer dachte unterdessen nicht im geringsten daran, sich auf den Weg zu meiner Haustür zu machen und bei mir zu klingeln.

Vielmehr pappte er auf das Paket einfach ein Label, auf dem er „verzogen“ vermerkte.

Als ob ich vor lauter Panik, dass mich eine Sendung tatsächlich mal problemlos erreicht, Hals über Kopf den Wohnsitz bzw. die Arbeitsstelle gewechselt hätte?!

Aufgeschreckt von meiner vermeintlichen Flucht, rief mich die nette Dame vom Bürobedarfs-Versandhandel an, der ich umgehend per Mail meinen genauen Standort als penibel genaue Textbeschreibung und darüber hinaus sicherheitshalber noch in Form eines Google-Maps-Screenshots mitteilte.

Nach dem Telefonat und der Mail gingen wir beide davon aus, dass es bei der Nachlieferung keine Probleme geben dürfte.

Doch „d?!“ sah das offensichtlich anders.

Und ließ mich erst einmal zappeln, weswegen die Sendung auch am darauf folgenden Montag nicht ankam.

So stieg die Spannung und Vorfreude auf den nächsten Winkelzug von „d?!“.

Zu meiner Überraschung und Freude stellte mir d?! tags darauf am Morgen per Mail die Lieferung in der Mittagszeit – ziemlich genau zwischen 12.16 und 12.36 Uhr – in Aussicht.

Mit Vergnügen verfolgte ich danach per App und virtuellem Stadtplan, wie sich das Lieferfahrzeug immer näher meiner Arbeits- und Wirkungsstätte näherte.

Final sollte dies um zwischen 12.19 – 12.49 Uhr soweit sein.

Um diese Zeit ging ich wieder einmal vor die Haustür, um dem d?!-Fahrer entgegen zu kommen (aber das kennen wir ja schon).

Doch der Fahrer schaute auch dieses Mal – deja vu! – wieder nicht persönlich bei mir an der Haustür vorbei und auch sein Fahrzeug war in „meiner“ Straße nirgendwo zu sehen. Dann wäre ich – frei nach dem Motto “Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten“ – auf ihn zu gegangen, statt er zu mir.

Als ich nach einer Viertelstunde zunehmend frustrierten Wartens immer noch nichts von ihm sah, ging ich – ehrlich gesagt: ziemlich geladen – wieder ins Büro.

Dort erreichte mich eine Mail von d?!,, dass mein Paket um 12.38 Uhr „erfolgreich“ (Pah!) ausgeliefert wurde.

Und zwar an eine/n „MOORER“ (Name geändert) – leider ohne eine genaue Adresse anzugeben.

Da ich niemand mit diesem Namen kenne, wandte ich mich an die Service-Hotline von d?!

Jede Frau und jeder Mann weiss, wie lange man in so einer Warteschleife mit infernalisch übersteuerter Gehirnabtötungs – nun ja – „Musik“ traktiert wird, laufend hingewiesen auf die tollen Services des Unternehmens, die, wenn sie tatsächlich so perfekt wären, bewirken würden, dass man dergleichen „Kackaphonie“ nie zu Gehör bekäme.

Jedenfalls ging nach einigen Minuten eine „Frau Müller“ an den Apparat.

Die Ansprech- (denkste!) – Partner haben vermutlich alle solche Allerweltsnamen, während sie in Wirklichkeit „ Chandra-Kapoormalhotra“ heißen.

Jedenfalls erklärte ich der Dame – oder war´s ein Bot? – was passiert war und dass ich doch bitte gern wüsste, wo das „Bermuda-Dreieck“ liegt, in dem „mein“ Rollcontainerchen verschollen ist.

Auf den versprochenen Rückruf warte ich immer noch, entgültig und leider vergebens.

Zum Glück meldete sich mittlerweile – von sich aus – Frau MOORER (die bei einer Firma in der Nähe arbeitet) mit der frohen Kunde, mein Paket sei bei ihr abgeben worden.

Hätte sie sich nicht gerührt, hätte ich vielleicht nie erfahren, wo die Lieferung abgeblieben ist.

Also holte ich das Paket dort ab und freute mich…

… vergebens!

Im Büro angekommen, musste ich die nächste herbe Enttäuschung erleben.

Mutmaßlich aufgrund des unsanften d?!-Transports – der Versandkarton weist äußerlich zahlreiche heftige Schlagstellen, Löcher und Kratzer auf – wurde die linke Ecke des Roll-Containers hässlich beschädigt.

So muss ich leider eine Retoure veranlassen.

Nachtrag… (the) …end!?

Um die Notwendigkeit der Retoure zu untermauern, erst einmal Fotos vom Rollmöbel gemacht, an dem d?! durch eine grob unprofessionelle  Handhabung hässliche Spuren hinterlassen hatte.

Das Bild angehängt an eine Mail (gefühlt die 25. seit “Bestätigen” der Online-Bestellung), die noch einmal schilderte, wie die d?!-Mitarbeiter von ihren Job – ein eher kleineres und nur mittelschweres Paket so zu transportieren, dass es beim Empfänger unversehrt ankommt – komplett verbockte.

(Fortsetzung folgt!

Leider!!!)

 

#paketdienst #logistik #versandhandel #versender #chaos #parcel #expressdienst  #geopost

Böse Zungen (Fortsetzung 1)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
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( . . . )

(Rückblende 2)

Montag, 03. Oktober 2011

Zu seinem siebten Geburtstag lud das jüngste Kind der Familie mehrere Klassenkameraden ein.

Highlight der Party war eine „Rallye“, bei der die Kids anhand eines Fragebogens mit Foto-Ausschnitten bestimmte Ecken und Sehenswürdigkeiten in der denkmalgeschützten Wohnsiedlung, wo die Gastgeberfamilie lebte, finden sollten.

Also zog eine Gruppe von etwa 10 Kindern los, um Aufgabe für Aufgabe zu erledigen, dafür jeweils eine Belohnung sowie einen Hinweis in Form eines Buchstabens zu erhalten, so dass sich mit der Zeit ein Lösungswort ergab, das offenbarte, wo eine große Schatzkiste mit Süßigkeiten und kleinen Gimmicks versteckt war.

So fröhlich und engagiert die Kinder lange Zeit unterwegs waren, plötzlich stoppte die Entdecker-Crew.

Der Grund: auf dem Gehsteig vor ihnen und im Weg stand Vin „Gustl“ Ratzenberger de la Grassa, mit dem die meisten Gäste der Birthday-Party –  inklusive des Geburtstagskindes – seit wenigen Tagen in die gleiche, 1. Grundschulklasse gingen.

Vin, den die Klassenkameraden “Diesel” nannten,  war der Gegenstand mehrerer Gespräche, welche die Eltern vorab mit dem Geburtstagskind geführt hatten. Doch so oft sie den Versuch unternahmen, ihren Filius dazu zu bewegen, Vin auch zur Feier einzuladen – u.a. weil er in derselben Wohnsiedlung lebte – umso vehementer verweigerte sich der Sohnemann diesem Ansinnen.

Wie beliebt “Diesel” bei seinen Klassenkameraden bereits nach gut zwei Wochen gemeinsamer Schulzeit war, zeigte sich, als die Gruppe wort- und grußlos vor Vin Kehrt machte, um auf einem anderen Wege den nächsten Rätsel-Hinweis zu finden.

(Geraume Zeit später erzählte die Mama des Geburtstagskindes einmal, sie wäre von Tacca Ratzenberger de la Grassa – Vins Mutter – angesprochen worden, ob die beiden Söhne nicht einmal miteinander spielen könnten, weil sich der junge Ratzenberger “schwer damit tun würde, Freunde zu finden”. Als Grund hierfür gab die de la Grassa ernsthaft folgenden an: “Junior” hätte leider eine Rot-Grün-Blindheit.)


(Rückblende 3)

Dienstag, 28. Oktober 2014

Seit ein paar Jahren geistert eine Figur durch die Gazetten, deren Existenz ich lange – vorwiegend aus einem moralischen Impedus heraus – anzweifelte.

Als ich vor geraumer Zeit unvermittelt einer solchen Kreatur begegnete, dauerte es jedoch nur Bruchteile einer Sekunde, bis meine Skepsis schlagartig der Erkenntnis wich, dass dieses Wesen keine Schimäre war, sondern real aus Fleisch und Blut…

… gerade vor meinen Augen agierte.

Und zwar mustergültig, denn ich hatte es mit einem wahren Prachtexemplar dieser Spezies zu tun.

Fortsetzung folgt.


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Böse Zungen

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Freitag Abend.

Endlich Feierabend.

Auf dem Tisch liegt die „SÜDDEUTSCHE“ – so unberührt und bewußt makellos faltenlos, wie sie am morgen gekauft wurde.

Vorfreude.

Die Lektüre.

Der perfekte Start ins Wochenende.

Quality time.

Ein routinierter Griff hinter das letzte “Buch“ der SZ…
… schon halte ich das „Magazin“ in Händen.

Kurzer Blick auf Cover und Schlagzeile.

Einmal, zweimal geblättert.

Gerade als ich eine meiner Lieblingsrubriken – SAGEN SIE JETZT NICHTS  – aufschlage, klingelt das Telefon.

Echt, muss das jetzt sein?!

Genervt schaue ich auf das Display des „Mobilteils“.

Eine mir unbekannte Münchner Nummer.

Könnte der Klassenkamerad eines meiner Kinder sein.

Nur deshalb gehe ich ran.

Nicht ahnend, dass sich gleich jemand entblöden wird.


(Rückblende 1)

Samstag, 19. Juli 2014

Warum ich auf dem Weg zur „ABSOLUT-Villa” seinerzeit beim Lidl an der Ecke Station machte?!

Keine Ahnung!

Ich weiss nur noch, dass ich angespannt war, “Lampenfieber” hatte.

Hinter mir lagen zwei groß-art-ige Tage, während derer 6 Künstler(-gruppen) und meine Wenigkeit in Pullach bei München eine gänzlich Weiss getünchte Villa mit Ideen, Formen und Farben erfüllt hatten.
Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=YUm54B-rivg

Auftraggeber war das schwedische Unternehmen ABSOLUT Vodka, das mit diesem kunstvollen Projekt den Startschuss für die internationale Kampagne “Transform Today“ gab.

Offenbar erfolgreich, wie die Resonanz seitens der am Vorabend zahlreich erschienenen Medien-Vertreter später ergab.

Krönender Abschluss sollte an besagtem Samstag die Ausstellung der eigens für den Event geschaffenen Werke und Räume sein – präsentiert im Rahmen einer riesigen Party mit ca. 400 Leuten und DJ-Sets u.a. von Mike Skinner / THE STREETS.

Auf dem Weg zur Kasse bemerkte ich zunächst nicht, wer vor mir in der Wartechlange stand.

Erst als der Mann  – warum auch immer – nach hinten blickte, erkannte ich ihn – Arnold Ratzenberger, der Vater von Kindern, die zeitweise in die gleiche Klasse gingen wie mein Nachwuchs.

Wir grüßten uns, wie man  jemanden begegnet, den man “nur vom Ansehen”  kennt.

Obwohl mir nicht nach Small Talk und schon gar nicht nach einem längeren Gespräch zumute war, berichtete ich wohl kurz von dem ABSOLUT-Projekt.

Auf einmal drehte sich vor Ratzenberger ein grobschlächtiger Kerl nach mir um, fuchtelte – in einer verächtlichen Pose – mit seinen Händen vor meinem Gesicht  und ging mich (im schmierigsten Österreichisch, das ich je gehört habe) laut und aggressiv an:
Bist an Alkoholiker? Sag, bist an Alkoholiker?

Bis heute ärgere ich mich, nicht umgehend auf eine Entschuldigung bestanden zu haben.

Ich sah seinerzeit davon ab, um mir den Tag, der zu den Highlights meines Künstlerdaseins zählen sollte, nicht noch weiter von diesem impertinenten Einfaltspinsel eintrüben zu lassen.

Also zog ich nach dem Bezahlen wortlos von dannen – schockiert und zutiefst verletzt über diesen Fauxpas.

Zum Glück erwartete mich mit der ABSOLUT-Villa ein freundlicher Ort, wo ich eine grandiose Nacht erlebte.

Erst Monate später kam ich durch Zufall darauf, dass der „Asi-Ösi“ der Vater von Arnold Ratzenberger war, der während des ganzen – gelinde gesagt – unerfreulichen Zwischenfalls so unbeteiligt daneben gestanden hatte, als hätte er mit dem „Schandmaul“ nichts zu tun.


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Druckfrisch: Noumenon-Posting bei “Histories of Tomorrow”

Das Abschneiden der sogenannten „Alternative“ für Deutschland bei den jüngsten Wahlen ist trauriger Anlass, sich mit recht(sradikal)em Denken und Handeln auseinanderzusetzen.

So widmet sich die dieser Tage erscheinende, aktuelle Ausgabe von “H-O-T – Histories Of Tomorrow” u.a. dem Themen-Schwerpunkt “Radikal Rechts“ 

Hierin findet sich auch meine Schilderung einer üblen rassistischen Attacke, welche am 29.03.2019 auf dieser “Homepage” unter der Überschrift “Platzverbot bei CII 966 856 veröffentlicht wurde:  ***

Die Reihe „Histories Of Tomorrow“, deren Lektüre ich jedem „klugen Kopf“ (w / m) wärmstens empfehle, wird publiziert vom “llustrator, Designer, Herausgeber und Autor“ (wikipedia) Raban Ruddigkeit : https://de.wikipedia.org/wiki/Raban_Ruddigkeit )

Sie können die erwähnte Ausgabe von “H-O-T – Histories Of Tomorrow”  beziehen unter: https://coblisher.com/de/shop/magazine/h-o-t )

***
Erstmals erschien der Text ein Tag nach dem rassistischen Übergriff (am 25.03.2019) auf Facebook unter: https://www.facebook.com/ewald.wildtraut/posts/1114495335419087

Halbwegs zügig

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
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Wer eine Reise tut, der kann was erzählen. Dass er dabei auch etwas erlebt, dafür sorgt mit jener vorbildlichen Präzsion, die ihr bei der Einhaltung ihres Fahrplans oft fehlt, gern die „Deutsche #Bahn“.

So fehlte am 13.08.19 beim ICE 1682 ab München – einfach mal so – die zweite Zughälfte. Natürlich genau jene, in welcher der Verfasser samt Familie vier Plätze reserviert hatte.

Also wurden – mitten in der Ferienzeit – die Fahr- (bah! – von wegen) Gäste aus der fehlenden Hälfte in die verbliebene gequetscht.

Kurz nach Überfahren der Stadtgrenze Münchens fiel der Crew plötzlich auf, dass die Überfüllung des Zuges ein “Sicherheitsproblem” darstellen könnte,

Deswegen wurde zuerst die Methode „Zuckerbrot” angewandt: „Wer, von den Passagieren, die ursprünglich im fehlenden Zugteil reserviert hatten, in Nürnberg aussteigt, bekommt 30 Euro!“

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DIE SPINNEN (Arbeitstitel)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Die Grafik für diesen Beitrag zu gestalten, war der absolute Horror für mich.

Hatte echt Panik davor, mich an den Schreibtisch zu setzen, um daran zu arbeiten.

Und jetzt muss dazu auch noch ein Text geschrieben werden!!!

Das ist die härteste kreative Herausforderung, der ich mich je gestellt habe.

Sch… – habe ich einen Bammel vor diesem Posting!

Fortsetzung folgt.

Soziopathen

Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Eine gute Adresse. Citynah gelegen. Altbau. Hohe Stuckdecken. Fischgrätparkett. Haustechnisch alles auf dem neuesten Stand.

Hier wurde – abgesehen von einer “Partei”, auf die der Autor später zu sprechen kommt – noch eine harmonische Nachbarschaft gepflegt.

Die Menschen, die – teilweise schon seit Jahrzehnten – unter dieser Adresse lebten, grüßten freundlich oder schenkten sich ein Lächeln, wenn sie einander begegneten.

Oft blieben die Bewohner dann, selbst wenn sie eigentlich unterwegs zu einem wichtigen Termin waren, auf einen kurzen Plausch oder längeren Gedankenaustausch stehen.

Und musste jemand wirklich schnell weiter – kein Problem, hier hatte man / frau Verständnis für einander.

So entstanden Freundschaften und galt es als Sebstverständlichkeit, einander zu helfen oder mit einer Zwiebel oder Portion Mehl auszuhelfen.

In diesem Haus zu leben, war angenehm, auch dank der guten Einkaufsmöglichkeiten, die – genauso wie mehrere Haltestellen von U-Bahn und Stadtbus – fussläufig im Umkreis von wenigen Hundert Metern lagen.

Ebenfalls quasi vor der Haustür befand sich ein großer Stadtpark, der ganzjährig zur Erholung und zum Besuch sportlicher oder kultureller Veranstaltungen einlud.

Eine Traumadresse, gerade in Zeiten explodierender Mieten.

Jetzt muss der Autor langsam aufhören, die Vorzüge dieser Immobilie zu preisen, sonst hört er sich am Ende noch so an wie ein schmieriger Makler.

Kurz: fast alles war gut dort.

Dann zog Füssli ein.

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Alte Knochen

Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Heute mal keine Story, sondern eine Studie.

Sie könnte den Titel tragen: „Multivariable Deskription der Spezies „Dark Waver“ –  exemplifiziert anhand von zwei Konzerten in den Jahren 1995 und 2019“.

Hierzu geben wir zunächst einen kurzen Abriss der äußeren Umstände jener beiden Veranstaltungen in München (am 30.03.1995 bzw. dem 02.05.2019), um zu eruieren, ob hieraus ggf. Einflüsse auf die musikalischen Darbietungen erfolgten. 

Beginnen wir auf der Makroebene – mit der Weltlage.

Hierzu ziehen wir u.a. die Nachrichten der Haupt-Ausgabe der „Tagesschau“ heran, die an beiden Tagen jeweils um 20.00 Uhr (bis 20.15) Uhr “im Ersten” Deutschen Fernsehen (ARD) ausgestrahlt wurden. Die Sendungen konnten vom Autor nicht „live“ gesehen werden, da er um diese Zeit  besagte Konzerte besuchte.

Er greift deshalb auf die „Mediathek“ der ARD zurück. 

Nebenbemerkung:
Solche Online-Archive der TV-Sender mit jederzeit abrufbaren Beiträgen gab es am 30. März 1995 nicht, weil das Internet, zumindest für private Nutzer noch in den Kinderschuhen steckte.

Die Tagesschau vom 30.03.1995 berichtete u.a. von der Haushaltsdebatte im seinerzeit noch in Bonn ansässigen Bundestag.

Dabei zeigte sich der damalige SPD-Chef und Oppositionsführer Rudolf Scharping, der später penis-manövriert mit einer („unechten“, weil angeheirateten) Gräfin zuerst in einem mallorquinischen Swimming Pool, deswegen in der Regenbogenpresse und schließlich politisch jäh im „Aus“ landete, betroffen „angesichts von über 500.000 Kindern, die in Obdachlosenheimen leben“ und „über 1 Million Kindern, die mit Sozialhilfe groß werden.“ 

Während der Rede Scharpings lächelte und glotzte der ewige Kanzler Helmut („Birne“) Kohl nur hämisch.

Dieses Verhalten empörte den „magenta-roten Radler“ Rudolf so sehr, dass er wütend ausrief: „Das ist nicht zum Lachen, sondern zum Weinen!“ 

24 Jahre später gilt – laut Deutschem Kinderschutzbund – jedes fünfte Kind in Deutschland „als arm – 20,2 Prozent leben von Leistungen auf Grundsicherungsniveau (früher „Sozialhilfe“ genannt, E.W.). Das sind 2,8 Millionen Kinder.“ 

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Ein Fundstück …

… das mehr als gemischte Gefühle hervorruft, weil in dieser “Lese-Probe” aus dem Jahr 2012 u.a. ein paar fiktionale Schriften versammelt sind, die ursprünglich als Teile bzw. Anfänge größerer Werke gedacht waren, z.B. “Die Gier stammt…” oder “Kriegsthal”.

Diese  Texte nie zu Ende geschrieben zu haben, macht den Autor heute noch fertig – auch dass dabei das Fehlerteufelchen leider öfter zugeschlagen hat.

Zum Öffnen der Publikation:
unten das virtuelle Büchlein mit dem Titel “Lese-Probe*** anklicken;
zum Vollbild-Modus gelangen Sie durch einen Klick auf das Symbol [  ] 

© Alle Texte und Graphiken: Ewald Wildtraut M.A.  2012 ff.

Rotgolden

Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Auch, oder gerade weil in wenigen Tagen Ostern ist,  soll  – im Geiste von Heinrich Bölls wunderbarer Erzählung  – nachfolgend „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ – eine Episode aus Kindheitstagen zum „Fest der Liebe“ erzählt werden.

Stinkende Rauchschwaden,
grau und undurchdringlich.
Manchmal konnte man sie darin ausmachen;
Bruchteile von Sekunden lang …
– mit bangen Augen –
… ihren rot glimmenden Spuren folgen.
Sie lauerten überall.
Plötzlich wurde es heiß wie ein Schweißbrenner
– gefährlich nah am zarten Kindergesichtchen.
Kippen.
Allerorten rauchende Schlote,
die sich zu einer undurchdringlichen Wand formierten –
den Blick zum Horizont verwehrend.
Die tränenden Augen des Wirtschaftswunderkindes vernebelt.
So brauchte es eine Weile, um wahrzunehmen, dass das,
was es soeben noch für Schornsteine im Dunst hielt,
in Wahrheit
graue Flanellbeine waren.

Ende der 60er ein Knirps zu sein, war…
schlichtweg zum Vergessen.

Aus jenen fernen Kindertagen hatte sich Egmont nur zwei Erinnerungen bewahrt.

Und eine davon schien ihn auch noch zu trügen.

Egmont ist sich immer noch sicher,  die Mondlandung einst „live“ am Bildschirm verfolgt zu haben.

Auch, dass sich seine Eltern zum „Jahrhundertereignis“ extra einen neuen, genauer: den ersten Farbfernsehapparat der Familie zulegten.

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