So flach! – cRise Serie: Beitrag 2

Flat Earth Alu Hat
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Das Beispiel der Wikinger zeigt, dass wer ohne Plan auf Pergament, Papier oder “Rechner” durch die Weltgeschichte „eiert“, eher “schlechte Karten” hat.

Hätte Leif seine Expedition schriftlich, graphisch und / oder in der “Sprache” der Mathematik fixiert – auf deren Prinzipien und Forme(l)n die Nautik als „Wissenschaft und Lehre von der Führung eines Schiffes” ja fusst – niemand würde heutzutage den Namen Christoph Kolumbus’ kennen.

Außerdem wäre es Leif dann, falls er doch noch eine Leidenschaft für Wein („Alk is Alk!“) entwickelt hätte, leichter gelungen, wieder zu jenem öden Landstrich zurückzukehren.

Genau jene Wiederholbarkeit, ein i.d.R. abstrahierter Code bzw. eigene Darstellungsweisen sind u.a. Wesenszüge jeder (natur-) wissenschaftlichen Methodik.

Ein solcher Ansatz fällt nicht vom Himmel, kommt nicht von Gott oder gar vom Leibhaftigen, sondern muss in jeder Disziplin erst von besonders schlauen Menschen entwickelt werden.

Höchste Zeit, die Definition für Kartografie (auf Wikipedia, Stand: 13.05.2020) “vom Stapel” zu lassen, um in der Sprache der Seefahrt zu bleiben:

” Kartografie (auch Kartographie) ist die Wissenschaft und Technik zur Darstellung von Himmelskörpern in topografischen und thematischen Karten, im einfachsten Fall Landkarten. Allgemeiner definiert, vermittelt und veranschaulicht sie raumbezogene Informationen (zum Beispiel Geoinformationen) mit analogen und digitalen Verfahren für unterschiedliche Medien. Die Hersteller dieser Medien heißen Kartografen.

Schon die frühzeitlichen Menschen kratzten mutmaßlich mit Holzstöckchen primitive Karten in den Boden, um ihresgleichen Wegbeschreibungen in die – mitunter ewigen – Jagdgründe mit auf die Pirsch zu geben.

Klar, dass diese Pläne heutzutage nicht mehr erhalten sind, weil “vom Winde verweht”.

So gilt manchen Experten ein beim ukrainischen Nest „Meschyritsch / Mжирічin“ gefundenes Stück Mammut-Stoßzahn als ältestes bekanntes kartographisches Artefakt. Im Gebiet des heutigen Oblast „Tscherkassy“ siedelnde „Flintstones“ sollen demnach um 13.000 vor Christi Geburt eine Darstellung ihrer Hüttensiedlung ins Elfenbein geritzt haben.

Andere Fachleute halten die um 6200 v. Chr. nahe Çatalhöyük / Türkei geschaffenen Wandmalereien, auf denen es einem “jungsteinzeitlichen da Vinci” nicht nur gelang, die unverwechselbare Silhouette des Vulkans Hasan Dağı festzuhalten, sondern auch einigermaßen positionsgetreu die Lage und Struktur des damaligen Dorfes hinzupinseln, als erstes Kartenwerk.

Kommen wir noch einmal auf das Stichwort „Wissenschaft“ zurück.

Das Gegenteil von Wissen(-schaft) sind Unwissen und Dummheit.

Letztere äußert sich u.a. darin, dass es auch heutzutage noch zahlreiche Typen (w / m / d) gibt, die der felsenfesten Überzeugung sind, die Erde sei eine flache „Scheibe“ (einfach mal „Flat Earth Society“ googlen).

Dabei hat bereits Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Christus eine logische Argumentation dafür aufgestellt, dass die Erde eine Kugelgestalt besitzt.

Bewiesen wurde seine Hypothese dann von einem weiteren Universalgenie der Antike – Eratosthenes.

Und zwar durch die von Aristoteles postulierte Beobachtung, die jede/r ganz einfach selbst nachvollziehen kann.

Man / frau beobachte ein Boot oder Schiff, das auf das offene Meer hinaus fährt.

Dabei kommt es zwangsläufig zu folgender, unbestreitbarer Beobachtung: Je weiter sich das Boot entfernt, umso mehr “verschwindet” der Rumpf des Bootes / Schiffs in der Oberfläche des Meeres, bis am Schluss nur noch die Spitze des Schornsteins oder Segels zu sehen ist, bevor diese – kurz darauf –  vollends unterhalb der bogenförmigen Horizontlinie abtaucht.

Nur wenn die Oberfläche der Erde gekrümmt ist, verschwindet ein Wasserfahrzeug auf diese Weise aus dem Blickfeld des Beobachters.

Und wenn die Oberfläche der Erde gekrümmt ist, ergibt sich als deren vollständige Grundform etwas Kugelförmiges – und keine flache Scheibe.

Dies zu bestreiten, war, solange es noch keine Satelliten und Raumfahrt gab, zwar noch möglich, wenn auch unsinnig, ja: schwachsinnig.

Spätestens seitdem der Blick vom Orbit aus auf die Erde möglich ist, sollte der letzte Zweifel an der Kugelgestalt jedoch endgültig verstummt sein.

Wider besseres Wissen lauthals anzuschreien und anzupöbeln, kann als trauriges Phänomen unserer Tage konstatiert werden.

Da wird in vielen US-Bundesstaaten statt Charles Darwins Evolutionstheorie die krude Lehre vom “Intelligent (von wegen!) Design” verbreitet.

Wird die drohende “Klimakatastrophe”, die – empirisch belegt – immer gravierender auszufallen droht, einfach geleugnet oder schnöde bagatellisiert, um weiterhin gewissenlos über alle Verhältnisse zu leben, so als gäbe es drei Erden, die wir (Un-)Menschen plündern und zerstören können.

Und last but not least: da ziehen jede Woche tausende –  oft mit einem Alu-Hut bewehrt – verbohrte Impfgegner (“Gib Gates keine Chance!”), rechtsradikale Verschwörungstheoretiker (“Der Jude ist Schuld!”), linksradikale Wirrköpfe (“Das System möchte uns versklaven!”) dreist ohne Mundschutz auf die zentralen Plätze unserer Großstädte und sondern den übelsten verbalen Müll ab, den man sich – besser nicht! – vorstellen kann.

So dass man sich zwangsläufig fragt, warum hat sich dieses vermaledeite Virus eigentlich nicht die Dummeit als “Risikogruppe” auserkoren?!

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Der 3. Teil der cRise Serie folgt voraussichtlich im Juni 2020!

cRise Blog ist online

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Diese Sites sollen nun so genutzt werden, wie das Format “WordPress”, das ihnen zugrunde liegt, ursprünglich einmal gedacht hat – als Blog.

Ich werde an dieser Stelle also meine Empfindungen, Eindrücke und Gedanken, die wirr und schwermütig sein können, ja sein werden, “zu Papier” bringen, sprich: ins “Netz”.

Bestimmt werde ich viel Unsinniges schreiben, aber hoffentlich wenigstens hin und wieder ‘mal auch etwas Humorvolles und Geistreiches.

Es werden auf diesen Websites fortan sicher keine profunden Analysen publiziert, vielmehr spontane Assoziationen.

Doch was auch immer an dieser Stelle erscheinen wird, es wird i.d.R. nachträglich nicht redigiert, nicht korrigiert werden.

So soll möglichst authentisch “rüber kommen”, wie hysterisch und erschüttert, aber auch optimistisch und ironisch ich gerade bin. Oder – in der Nachschau – einmal in der jeweiligen Situation war.

Ich werde die Postings nicht regelmäßig, in eindeutigen Intervallen oder zu fixen Zeitpunkten am Tag im WWW platzieren.

Vielmehr dann, wenn mir – hoffentlich! – etwas einfällt oder es mir meine Einfalt gebietet.

Wie lange?

Ich weiß es nicht – leider!

Wer kann schon ermessen, wie lange diese (nach einer mexikanischen Biersorte – haha, wie flach war das denn?!) benannte Pandemie anhält?!

Es wäre großartig, wenn ich schreiben kann und werde, bis die “Ausnahmesituation” (Welch ein Kackwort für eine monatelange Krise, denn eine Situation vergeht flugs!) entgültig vorüber ist.

Ich hoffe, ja bete dafür, dass meine liebe Frau und meine beiden großartigen Kinder diese Bedrohung ebenso unbeschadet überstehen wie gute Freunde (w / m) und Verwandte (w / m), ja wie alle guten Menschen auf dieser Welt.

Ich wünsch uns und mir, dass ich meiner Familie ein guter und hilfreicher Vater sein und meinen Freunden jene Unterstützung geben werde, die sie brauchen.

Ich freue mich darauf, wenn der ganze Irrsinn passé ist – unsere Freunde und Bekannten wieder zu sehen, mit ihnen zu spaßen, Erinnerungen und Empfindungen auszutauschen.

Wir werden dann – da mache ich mir leider keine Illusionen – liebe Mitmenschen vermissen – leider für immer.

Uns werden möglicherweise die Worte fehlen. Oder wir werden nicht die passenden finden.

Warum müssen unsere Kinder so einen Shit erleben? Was müssen sie in Zukunft sonst noch alles mitmachen in ihrer lange, hoffentlich dennoch erfüllten und schönen Vita?

Ich hoffe, dass wir Eltern ihnen lange, sehr lange zur Seite stehen können, dass wir die Kraft und die Zuversicht haben, dass nicht nur wir vier hier, nicht resignieren (und wenn, allenfalls kurzfristig).

Wir sehen uns bald wieder!

Bis dahin: bleiben Sie gesund und verlieren Sie nicht – es soll bewußt das letzte Wort dieser Einleitung sein – den – jetzt kommt‘s – Humor.

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Fortsetzung folgt.

Alte Knochen

Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Heute mal keine Story, sondern eine Studie.

Sie könnte den Titel tragen: „Multivariable Deskription der Spezies „Dark Waver“ –  exemplifiziert anhand von zwei Konzerten in den Jahren 1995 und 2019“.

Hierzu geben wir zunächst einen kurzen Abriss der äußeren Umstände jener beiden Veranstaltungen in München (am 30.03.1995 bzw. dem 02.05.2019), um zu eruieren, ob hieraus ggf. Einflüsse auf die musikalischen Darbietungen erfolgten. 

Beginnen wir auf der Makroebene – mit der Weltlage.

Hierzu ziehen wir u.a. die Nachrichten der Haupt-Ausgabe der „Tagesschau“ heran, die an beiden Tagen jeweils um 20.00 Uhr (bis 20.15) Uhr “im Ersten” Deutschen Fernsehen (ARD) ausgestrahlt wurden. Die Sendungen konnten vom Autor nicht „live“ gesehen werden, da er um diese Zeit  besagte Konzerte besuchte.

Er greift deshalb auf die „Mediathek“ der ARD zurück. 

Nebenbemerkung:
Solche Online-Archive der TV-Sender mit jederzeit abrufbaren Beiträgen gab es am 30. März 1995 nicht, weil das Internet, zumindest für private Nutzer noch in den Kinderschuhen steckte.

Die Tagesschau vom 30.03.1995 berichtete u.a. von der Haushaltsdebatte im seinerzeit noch in Bonn ansässigen Bundestag.

Dabei zeigte sich der damalige SPD-Chef und Oppositionsführer Rudolf Scharping, der später penis-manövriert mit einer („unechten“, weil angeheirateten) Gräfin zuerst in einem mallorquinischen Swimming Pool, deswegen in der Regenbogenpresse und schließlich politisch jäh im „Aus“ landete, betroffen „angesichts von über 500.000 Kindern, die in Obdachlosenheimen leben“ und „über 1 Million Kindern, die mit Sozialhilfe groß werden.“ 

Während der Rede Scharpings lächelte und glotzte der ewige Kanzler Helmut („Birne“) Kohl nur hämisch.

Dieses Verhalten empörte den „magenta-roten Radler“ Rudolf so sehr, dass er wütend ausrief: „Das ist nicht zum Lachen, sondern zum Weinen!“ 

24 Jahre später gilt – laut Deutschem Kinderschutzbund – jedes fünfte Kind in Deutschland „als arm – 20,2 Prozent leben von Leistungen auf Grundsicherungsniveau (früher „Sozialhilfe“ genannt, E.W.). Das sind 2,8 Millionen Kinder.“ 

Zur Fortsetzung… [ Bitte hier anklicken! ]