cRise Blog: Tote Fenster

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Ich spiele seit beinahe 20 Jahren ein Spiel, von dem (wie sinnvoll!) nur ich weiß, dass ich es spiele…

Nein…

dieser Satz…

funktioniert nicht!

Also noch ‘mal von vorn!

Seit beinahe zwei Jahrzehnten warte ich auf den Moment…

Auf den Moment, wenn, von den Fenstern aus, in den Räumen “unserer” Wohnung (ist ‘ne Mietwohnung), die ich des Nächtens noch betreten kann, weil niemand darin schläft…

(Also der Beginn ist in seiner Verschwurbeltheit auch nicht gerade der Bringer!)

Die Räume, in denen nach Mitternacht und später i.d.R. (noch) niemand schläft, sind das Wohnzimmer, mein Schlafzimmer, das Bad und die Küche.

Von unserem kleinen, sehr kleinen Salon (der zugleich als mein Büro / Atelier fungiert)  blickt man (*) auf den Verwaltungshof der Borstei und – sofern man (dito: *) bei geöffnetem Fenster “um die Ecke(n, E.W.)” schaut, auf den Gebäudetrakt der Dachauer Straße entlang, bis hin zur rückseitigen Ecke an der Pickelstraße (die heißt wirklich so!).

Stellt man (das * gilt ab sofort vorab für all meine Texte, also für feminine frau’s und männliche man’s  E.W)…

Also:

Stellt man sich in der Küche an das Fenster, überblickt man / frau beinahe die gesamte “Laden-Straße” (amtlich: die Franz-Marc-Straße) mit Ihren Geschäften, dem Café und Pub.

Darüber hinaus, wenn sich der Beobachter (* – jetzt haben Sie es kapiert!) sich nur leicht nach vorne aus dem dem nunmehr geöffneten Fenster lehnt,  gelingt es ihm / ihr, bis zum Ende des Weidenhofes zu spähen.

Weitaus eingeschränkter ist das Sichtfeld von meiner Schlafkammer (und vom Bad) aus, was bei den nämlichen Räumen an der Größe –  will sagen –  an der  “Kleinigkeit” von Fenster liegt, die darin verbaut wurden.

Von allen vier Standpunkten und Beobachtungsposten zusammen erblickt mit Leichtigkeit die Fenster von einige Dutzend Wohnungen.

Und jetzt zum “Spiel”:

In der Regel sind nach Mitternacht die Räume dort dunkel, weil die Bewohner dort bereits zu Bette gegangen sind oder außer Haus weilen!

Vereinzelt sieht man jedoch noch beleuchtete Fenster, etwa weil jemand (wie ich bevorzugt abends und nächtens) noch arbeitet und herumwerkelt, oder in den Fernseher, ins Tablet oder Smartphone starrt — und damit zumindest etwas das Fenster vom Wohnungsinneren her beleuchtet.

Seit beinahe zwei Jahrzehnten warte ich nunmehr schon auf den Moment, zu dem alle (mir einsehbaren) Fenster komplett dunkel sind.

Doch zu welcher schlaftrunkenen Zeit ich auch aufstehe***, ich konnte ihn bisher nie erleben. Irgendwo und irgendwie leuchtet immer ein noch so schwaches Lichtchen, und sei es der Geist der Bewohner.

*** Natürlich bleibe ich, um dieses Ereignis zu registrieren, nicht extra auf, sondern schau kurz raus, wenn ich etwa des nächtens zum Pissen muss.

Heute am Tag der C-bedingten “Ausgangssperre”, die offiziell nicht so heißt, aber eine ist, kann man im ganzen Haus kurz nach Mitternacht fast keinen Ton vernehmen. Es ist unheimlich still hier.

Und hörte ich beim Verfassen dieser Wörter nicht das Kratzen meines Kulis auf dem Papier, die Ruhe käme mir gespentisch vor.

Draußen hat es leicht geschneit –  der Winter gibt noch einmal ein kurzes Stelldichein.

Das bemerke ich ebenso, wie dass bereits um 0.45 Uhr am 22.03.2020 von den genannten Beobachtungsposten aus, so gut wie alle Fenster “dunkel” erscheinen.

 

Unheimlich, surreal! Die (Menschen-)Leere auf dem Münchner Marienplatz am 21.03.2020 gegen 13 Uhr. Screenshot: Gesehen via Webcam auf dem "Alten Peter" von https://www.muenchen.de 
Unheimlich, surreal! Die (Menschen-)Leere auf dem Münchner Marienplatz am 21.03.2020 gegen 13 Uhr. Screenshot: Gesehen via Webcam auf dem “Alten Peter” von https://www.muenchen.de

Habe gestern (21.03.2020) um die Mittagszeit via Internet die Webcam auf dem “Alten Peter” am Münchner Viktualienmarkt ebenso betrachtet, wie jene auf dem Olympiaturm.

Auf den Straßen und Plätzen , die von dort eingesehen werden konnten, “verliefen” sich nur vereinzelt Menschen (aber vielleicht lag’s auch nur am nasskalten, stürmischen Wetter).

Man bemerkte selbst aus der Distanz und Perspektive (wie sie so eine Webcam technisch bedingt), dass die Orte diesen Passanten surreal vorkommen mussten. Und registrierte, dass und wie diese Menschen – wie von den unheimlichen Durchsagen per Feuerwehrautos verlangt, die seit gestern durch die Straßen fahren – einander aus dem Weg gingen und bewußt räumliche Distanz zueinander aufbauten.

Auch die Ladenstraße in der Borstei war ganztags wie – nun ja – “ausgestorben”.

Bildeten sich, etwa vor dem Bäcker, Menschenschlangen hielten die Leute – beinahe schon demonstrativ – einen Mindestabstand von gut einem Meter fuffzich.

Jedoch beobachtete ich wiederholt auch einzelne Ignoranten und Provokateure, die solche “Queues” frecherweise mittendrin durchschnitten, bzw. durchschritten.

Endlich haben die meisten Leute den Ernst der Lage verstanden.

Ganz anders – in den letzten Tagen.

Bei sonnigstem Frühfrühlings-Wetter standen –  ganztags und nicht nur in der Ladenstraße Latte-Machiatto-Muttis und Hipster-Papas – in häufig wechselnden Gruppen (“HWG” – wer kennt das noch ? – war früher mal ein Straftatbestand) zusammen, um stundenlang zu ratschen, während ihre Bälger die ganze Zeit laut kreischend (die oft rosa gekleidete Terrorgruppe) oder brüllend (die himmelblaue) wild durcheinander rannten, um “das Virus” (wahlweise auch “das neuartige C…-Virus –  ich kann`s nicht mehr hören!) möglichst flächendeckend und bis in die verborgensten Winkel der Borstei hinein, zu verteilen.

Was für egoistische, gemeingefährliche Deadheads!

Nur weil die letzte Woche (angesichts der Lage: leider) sonniges Wetter herrschte, glaubten diese Hohlkörper, sie müssten einander besonders nahe auf die Pelle rücken.

Sorglos oder hirnlos? Eine Stimmung wie im "Club Méditerranée"! Gesehen am Radl-Berg des Münchner Olympia-Parks, 18.03.2020 gegen 16 Uhr.
Sorglos oder hirnlos? Eine Stimmung wie im “Club Méditerranée”! Gesehen am Radl-Berg des Münchner Olympia-Parks, 18.03.2020 gegen 16 Uhr.

Besonders übel fielen mir – schon in der Vergangenheit – jene “IdiotINNen” (ja, zu diesem Unwort stehe ich, da es nicht annähernd jene Verachtung ausdrückt, die ich für diese oft arbeitsscheuen und völlig talentfreien Canaillen empfinde) auf, bei denen das Gebären von verhaltensauffälligen Pratzen zur Lifetime-todo-List gehört.

Weshalb sie tatsächlich nie wirklich, von ganzem Herzen und mit ebensolcher Kraft an ihrem Nachwuchs interessiert sind.

Und so liegt es für diese Damen (das Wort “dämlich” leitet sich nicht zufällig davon ab), näher, sich ins unendliche Geplauder (“Was reden die die ganze Zeit?”) mit Zicken ihresgleichen vertiefen, als sich um die – eben doch nicht – “lieben Kleinen” zu kümmern – von ihren Mitbürgern ganz zu schweigen.

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Fortsetzung folgt.

cRise Blog ist online

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Diese Sites sollen nun so genutzt werden, wie das Format “WordPress”, das ihnen zugrunde liegt, ursprünglich einmal gedacht hat – als Blog.

Ich werde an dieser Stelle also meine Empfindungen, Eindrücke und Gedanken, die wirr und schwermütig sein können, ja sein werden, “zu Papier” bringen, sprich: ins “Netz”

Bestimmt werde ich viel Unsinniges schreiben, aber hoffentlich wenigstens hin und wieder ‘mal auch etwas Humorvolles und Geistreiches.

Es werden auf diesen Websites fortan sicher keine profunden Analysen publiziert, vielmehr spontane Assoziationen.

Doch was auch immer an dieser Stelle erscheinen wird, es wird i.d.R. nachträglich nicht redigiert, nicht korrigiert werden.

So soll möglichst authentisch “rüber kommen”, wie hysterisch und erschüttert, aber auch optimistisch und ironisch ich gerade bin. Oder – in der Nachschau – einmal in der jeweiligen Situation war.

Ich werde die Postings nicht regelmäßig, in eindeutigen Intervallen oder zu fixen Zeitpunkten am Tag im WWW platzieren.

Vielmehr dann, wenn mir – hoffentlich! – etwas einfällt oder es mir meine Einfalt gebietet.

Wie lange?

Ich weiß es nicht – leider!

Wer kann schon ermessen, wie lange diese (nach einer mexikanischen Biersorte – haha, wie flach war das denn?!) benannte Pandemie anhält?!

Es wäre großartig, wenn ich schreiben kann und werde, bis die “Ausnahmesituation” (Welch ein Kackwort für eine monatelange Krise, denn eine Situation vergeht flugs!) entgültig vorüber ist.

Ich hoffe, ja bete dafür, dass meine liebe Frau und meine beiden großartigen Kinder diese Bedrohung ebenso unbeschadet überstehen wie gute Freunde (w / m) und Verwandte (w / m), ja wie alle guten Menschen auf dieser Welt.

Ich wünsch uns und mir, dass ich meiner Familie ein guter und hilfreicher Vater sein und meinen Freunden jene Unterstützung geben werde, die sie brauchen.

Ich freue mich darauf, wenn der ganze Irrsinn passé ist – unsere Freunde und Bekannten wieder zu sehen, mit ihnen zu spaßen, Erinnerungen und Empfindungen auszutauschen.

Wir werden dann – da mache ich mir leider keine Illusionen – liebe Mitmenschen vermissen – leider für immer.

Uns werden möglicherweise die Worte fehlen. Oder wir werden nicht die passenden finden.

Warum müssen unsere Kinder so einen Shit erleben? Was müssen sie in Zukunft sonst noch alles mitmachen in ihrer lange, hoffentlich dennoch erfüllten und schönen Vita?

Ich hoffe, dass wir Eltern ihnen lange, sehr lange zur Seite stehen können, dass wir die Kraft und die Zuversicht haben, dass nicht nur wir vier hier, nicht resignieren (und wenn, allenfalls kurzfristig).

Wir sehen uns bald wieder!

Bis dahin: bleiben Sie gesund und verlieren Sie nicht – es soll bewußt das letzte Wort dieser Einleitung sein – den – jetzt kommt‘s – Humor.

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Fortsetzung folgt.

Eat fast – die faster!

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Ich grüble über die letzten Worte eines Werbetextes nach.

Zeitdruck.

Mein Vorschlag muss bis spätestens um 18 Uhr bei der Agentur sein, damit die Grafikerin über das Wochenende passende Layouts dazu gestalten kann.

Derweil verstaut JackieFakkin sein Werkzeug samt Zubehör in einem Rucksack. Verschickt letzte Mails –will sicher gehen, dass zum Treffen möglichst viele Leute kommen.

Auf facebook gibt er sich als Mädchen aus. Zeigt sich scheinbar großzügig: „ich spendiere euch was wenn ihr wollt aber nicht zu teuer.“ („Deutsch“ will er sein, aber „Deutsch“ ist nicht gerade seine Stärke)

Das Wetter an diesem Tag: sommerlich warm. Also standen die Fenster in meinem Büro die ganze Zeit offen.

Von hier aus fiele der Blick auf ein Teilstück der längsten Straße Münchens, würde diese nicht vom Gebäudetrakt gegenüber abgeriegelt.

Die Dachauer Straße.

Eine sowohl stadteinwärts als auch -auswärts zweispurig angelegte Hauptverkehrsachse, die in beiden Richtungen jeweils von einem Radweg flankiert wird.

Die Spur Richtung Moosach strampelt um ca. Viertel nach Vier auf seinem Drahtesel ein etwas übergewichtiger Jugendlicher entlang.

Passiert – kaum 35 meter von meinem Schreibtisch entfernt – die Borstei, wo ich wohne und arbeite.

„Wäre mir bewusst gewesen, was passiert, …

bestimmt hätte ich etwas unternommen!“

Haha!

Ausgerechnet Du!

Glaubst Du doch selbst nicht!

Lächerlich!

Einen Scheiss hättest Du…

100 Pro hätte Dir der Mumm gefehlt, den Kerl von seinem Bike zu stossen….

Ihn aufzuhalten, auszuschalten. 

Erinners’te Dich noch?

Wie erleichtert Du warst, als…

… Du den Text endlich fertig gestellt hattest.

… im Mail-Programm der Status „Gesendet“ angezeigt wurde.

Nur wenige Minuten später kam das „Okay“ – ungewöhnlich vom Agentur-Chef höchstpersönlich!

Noch atypischer, dass er die „Freigabe“ mit einem „Schönes Wochenende!“ abschloss, einem „Danke!“ sogar!

Vermutlich hatte er am WE „ein Date“ oder er „weinstein-erte“ gerade eine „Praktikantin“, als er die Nachricht absetzte.

Egal.

Feierabend.

Das übliche Wocheneinstiegs-Ritual begann (siehe https://noumenon.de/boese-zungen/).

Um halb sechs herum setze mich auf das gemütliche Korbsofa im Büro.

Griff das „SZ-Magazin“ aus dem Hauptteil der „Süddeutschen“.

Es dauerte eine gewisse Zeit, bis mir auffiel, dass in der Gegend ununterbrochen Martinshörner ertönten.

Die Warnlaute stammten von Fahrzeugen, die sich – von der City her kommend –  in rasanter Fahrt näherten, wobei die Lärmpegel der akustischen Signale genauso schlagartig anschwoll, wie er  erstarb, als die PKWs an der „Borstei“ vorbei, Richtung Stadtrand flitzten.

Bald hörte man über der Stadt ein nicht enden wollendes Konzert von Sirenen, die in den unterschiedlichsten Entfernungen und Klangfarben von einer unheilvollen Situation kündigten.

Ich schaute aus allen Fenstern, auch um die Ecke.

Erwartete am Himmel irgendwo eine gigantische Rauchsäule.

Ein Flugzeugabsturz?

Eine Explosion?

Nicht die kleinste Schwade fand sich am wolkenlosen, tiefblauen Himmel

Also schaltete ich das Radio an und das Tablet!

Eine Eilmeldung?

Ein Aufruf an die Bevölkerung,

… Ruhe zu bewahren!

Nichts davon war dort zu hören bzw. lesen.

Nur die üblichen Allerweltsnachrichten.

Fortsetzung folgt.


#munich

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#rechts
#ego-shooter
#chaos
#shock
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#reportage
#münchen

Ausgeliefert (sein)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2020

Es war einmal eine Firma, deren drei Buchstaben früher für „Deutscher Paket Dienst“ standen.

Dann – laut Wikipedia – für „Dynamic Parcel Distribution“.

Und heutzutage?

Bedeuten die drei Lettern („Nein, nicht die Post-Tochter!“
– nennen wir die Firma vorsichtshalber mal „d?!“) offenkundig:
„dIE (volle) pACKUNG dESASTER“.

Letzte Woche Dienstag (08.01.) bestellte ich bei einem großen Bürobedarf-Anbieter einen kleinen Rollcontainer.

Die Lieferung wurde mir für vergangenen Freitag (10.01.) angekündigt.

Also blieb ich an diesem Tag in meinem Büro, um die Lieferung persönlich anzunehmen und dem Auslieferungs-Fahrer – im wahrsten Sinne des Wortes – entgegenzukommen, damit er das 11 kg schwere Möbel nicht in den vierten Stock wuchten musste.

Doch der d?!-Fahrer dachte unterdessen nicht daran, sich auf den Weg zu meiner Haustür zu machen und bei mir zu klingeln.

Vielmehr pappte er auf das Paket einfach ein Label, auf dem er „verzogen“ vermerkte.

Als ob ich vor lauter Panik, dass mich eine Sendung tatsächlich einmal problemlos erreicht, Hals über Kopf den Wohnsitz bzw. die Arbeitsstelle gewechselt hätte?!

Aufgeschreckt von meiner vermeintlichen Flucht, rief mich die nette Dame vom Bürobedarfs-Versandhandel an, der ich umgehend per Mail meinen genauen Standort (der sich tatsächlich seit zwei Jahrzehnten nicht geändert hat) als penibel genaue Textbeschreibung und darüber hinaus sicherheitshalber noch in Form eines Google-Maps-Screenshots mitteilte.

Nach dem Telefonat und der Mail gingen wir beide davon aus, dass es bei der Nachlieferung keine Probleme geben dürfte.

Doch „d?!“ sah das leider anders.

Und ließ mich erst einmal zappeln, weswegen die Sendung auch am darauf folgenden Montag (13.01.) nicht ankam.

So stieg die Spannung und Vorfreude auf den nächsten Winkelzug von „d?!“.

Zu meiner Überraschung und Freude stellte mir d?! tags darauf (14.01.) am Morgen per Mail die Lieferung in der Mittagszeit – ziemlich genau zwischen 12.16 und 12.36 Uhr – in Aussicht.

Mit Vergnügen verfolgte ich danach per App und virtuellem Stadtplan, wie sich das Lieferfahrzeug immer näher meiner Arbeits- und Wirkungsstätte näherte.

Final eintreffen sollte es zwischen 12.19 – 12.49 Uhr soweit sein.

Um diese Zeit ging ich wieder einmal vor die Haustür, um dem d?!-Fahrer entgegen zu kommen (aber das kennen wir ja schon).

Doch der Fahrer schaute auch dieses Mal – deja vu! – wieder nicht persönlich bei mir an der Haustür vorbei und auch sein Fahrzeug war in „meiner“ Straße nirgendwo zu sehen. Dann wäre ich – frei nach dem Motto “Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten“ – auf ihn zu gegangen, wenn er es schon umgekehrt nicht auf die Reihe brachte.

Als ich nach einer Viertelstunde zunehmend frustrierten Wartens immer noch nichts von ihm sah, ging ich – ehrlich gesagt – ziemlich “geladen” wieder ins Büro.

Dort erreichte mich eine Mail von d?!, ,,dass mein Paket um 12.38 Uhr ‘erfolgreich’ (Pah!, E.W.) ausgeliefert” worden sei.

Und zwar an eine/n „MOORER“ (Name geändert) – leider ohne eine genaue Adresse anzugeben.

Da ich niemand mit diesem Namen kenne, wandte ich mich an die Service-Hotline von d?!

Jede Frau und jedermann weiss, wie lange man in der Warteschleife eines solchen Call-Centers mit infernalisch übersteuerter Gehirnabtötungs – nun ja – „Musik“ traktiert wird, laufend hingewiesen auf die tollen Services des Unternehmens, die, wenn sie tatsächlich nur annähernd so perfekt wären, bewirken würden, dass man dergleichen „Kackaphonie“ nie zu Gehör bekäme.

Jedenfalls ging nach einigen Minuten eine „Frau Müller“ an den Apparat.

Die Ansprech- (denkste!) – Partner haben vermutlich alle solche Allerweltsnamen, während sie in Wirklichkeit „ Chandra-Kapoormalhotra“ heißen.

Jedenfalls erklärte ich der Dame – oder war´s ein Bot? – was passiert war und dass ich doch bitte gern wüsste, wo das „Bermuda-Dreieck“ liegt, in dem „mein“ Rollcontainerchen verschollen ist.

Auf den versprochenen Rückruf wartete ich leider viele Tage lang vergebens.

Zum Glück meldete sich mittlerweile – von sich aus – Frau MOORER (die für eine Firma in der Nähe tätig ist) mit der frohen Kunde, mein Paket sei bei ihr abgeben worden.

Hätte sie sich nicht gerührt, hätte ich vielleicht nie erfahren, wo die Lieferung abgeblieben ist.

Also holte ich das Paket in der Firma von Frau MOORER ab und freute mich…

… vergebens!

Im Büro angekommen, musste ich die nächste herbe Enttäuschung erleben.

Mutmaßlich aufgrund des unsanften d?!-Transports – der Versandkarton weist äußerlich zahlreiche heftige Schlagstellen, Löcher und Kratzer auf – wurde die linke Ecke des Roll-Containers hässlich beschädigt.

So muss ich leider eine Retoure veranlassen.

Nachtrag… (the) …end!?

Um die Notwendigkeit der Retoure zu untermauern, machte ich sofort noch am 14.01. Fotos vom Rollmöbel, an dem d?! durch eine grob unprofessionelle Handhabung hässliche Spuren hinterlassen hatte.

Das Bild hängte ich in eine, im Laufe des späten Nachmittags des 14.01. verfasste Mail (gefühlt die 30. seit “Bestätigen” der Online-Bestellung), in der noch einmal geschildert wurde, wie die d?!-Mitarbeiter ihren Job – ein eher kleineres und leichteres Paket so zu transportieren, dass es beim Empfänger unversehrt ankommt – komplett verbockt hatten.

Am 15.01.
Morgendlicher Anruf vom Sachbearbeiter des Bürobedarf-Discounters. Es gäbe “sicher Möglichkeiten, den Schaden wieder gut zu machen!” So könne man mir etwa beim Preis entgegen kommen.

Ein Ansinnen, das ich freundlich dankend ablehnte, da der Rabatt an der Demolierung ja leider nichts geändert hätte. Außerdem wäre ich bei jedem Blick zum Container, der in Wirklichkeit übrigens bei weitem nicht so stabil und wertig aussah wie im Katalog bzw. auf der Website des Büroartikelversenders, daran erinnert worden, was für eine grauenhafte Performance d?! seinerzeit ablieferte.

Kurz vor Feierabend erhielt ich dann eine Mail vom office-discounter, in dem mir – ohne sich vorab terminlich mit mir abzustimmen – beinahe schon brüsk mitgeteilt wurde, dass meine Retoure am nächsten Tag (16.01.) oder am übernächsten (17.01.) im Zeitraum zwischen 8 und 18 Uhr abgeholt würde.

Dazu sei – Oh verFLEXt ! – ein anderes TRANSportunternehmen beauftragt worden, wobei in meinem Fall die Möglichkeit der Paketverfolgung nicht gegeben war.

Also stand ich am nächsten Tag um 8 Uhr bereit und traute mich unendliche 10 Stunden lang kaum auf´s Klo, da der Fahrer ja jederzeit bei mir klingeln konnte.

Die Stunden an diesem 16.01. vergingen quälend langsam. Doch die Spedition agierte alles andere als flix.

Der erste Tag verstrich, wobei ich mir zunehmend so eingesperrt wie in einem Gefängnis vorkam.

Und auch der zweite Tag war zu guten Teilen bereits vorüber, als ich mir ein (schweres) Herz fasste und noch einmal beim office discounter nachfragte, ob mit dem Eintreffen des Retourenabholers am 17.01. noch gerechnet werden könne, zumal ich um 16 Uhr aufbrechen musste, um an einem wichtigen beruflichen Meeting teilzunehmen, das bereits seit längerem im Kalender stand (wie gesagt, die Retoure wurde mit mir terminlich nicht abgesprochen, sondern mir einfach auferlegt).

Der freundliche, aber zumindestens in der Hinsicht, wo “mein Fahrer” aktuell steckte, ahnungslose Mitarbeiter bat um Geduld, denn (um 15.30 Uhr) sei “der Tag ja noch nicht vorüber!”

Frustriert machte ich mir einen Kaffee.

Und schaute –eher zufällig – aus dem Fenster, als ich auf der Straße vor dem Haus den TRANS-pOrter erblickte, aus dessen Führerhaus ein Hipster in Jogginghose stieg, der sich offenbar orientierungslos umschaute und deswegen im Begriff war, unverrichter Dinge gleich wieder weiterzufahren.

Sofort packte ich das Paket und rannte so schnell ich konnte – noch in den Puschen – die vier Stockwerke unseres Hauses hinunter – keuchend auf den Mini-LKW zu, dabei dem Hipster mehrfach laut “Halt!” zurufend.

Entsetzt bemerkte ich beim Blick in den Außenspiegel,wie der Fahrer versuchte mich zu ignorieren…

… mich eiskalt stehen zu lassen und gleich loszubrausen.

Zum Glück öffnete der Paketdienstleister gnädigerweise doch noch die Fahrertür.

Völlig außer Atem eröffente ich ihm mein Begehr.

Worauf der Zusteller – sichtlich genervt – begann auf dem Beifahrersitz in einem wirren Stapel Papiere zu kramen, um nach einiger Sucherei schließlich aus dem Durcheinander an Formularen ein A4-Blatt zu ziehen, welches er mir derart forsch vor Augen hielt, als sei er ein Schiedsrichter und ich ein Foulspieler, der gerade eine “Rote Karte” bekommt.

Während ich mich anstrengte, das Formular zu entziffern (leider hatte ich vor lauter Panik vergessen, meine Lesebrille aufzusetzen), versuchte der Bärtige mir in radebrechendem Deutsch zu suggerieren, er bzw. TRANS – oh shit! – wäre am 15. schon einmal bei mir gewesen, um das Paket abzuholen. Und ich Böser, Böser, Böser sei an diesem Tag schändlicherweise nicht da gewesen.

Mein Gott, in dem Augenblick wurde mir klar, dass der Gute sein “eigenes” Formular nicht verstand (und auch sonst wohl leider nicht viel).

Am 15.01. war – nach dem Desaster des Vortages – spätnachmittags seitens des Büro-Discounters ja erst der Auftrag an das Hipster-TRANSportunternehmen vergeben worden, wobei er bekanntlich darin bestand, die versehrte Ware bei mir am 16. oder 17.01 zwischen 8 und 18 Uhr abzuholen.

Dumm nur, dass der Hipster den Auftragstermin mit dem Abholtermin verwechselte. Genau das versuchte dem Bärtigen wiederholt darzulegen, bis er schließlich einen Kugelschreiber zückte, den Zettel mit einem arztähnlichen Kringel unterschrieb und ihn mir aushändigte, wobei er mir durch seine Mimik und Körpersprache zu verstehen gab, dass er mich für ein riesengroßes Arschloch hielt.

Schließlich packte er “mein Paket”, knallte es mit der üblichen Parcel-Sorgfalt unsanft auf den Gehsteig, um mit beiden Händen die rückwärtigen Türen des TRANSporters öffen zu können, griff sich abermals den Karton und “donnerte” ihn mit Schmackes auf die ansonsten leere Ladefläche.

Sogleich schmetterte er die Rücktüren zu, eilte – ohne Abschiedsgruß –  ins Fahrerhaus, startete den Motor und spurtete dermaßen rasant von dannen, als wäre er gerade dem Leibhaftigen begegnet.

War´s das?

Fast!

Am 21.01. kam ich spätabends aus der Agentur nach Hause!

Schon beim Betreten des Büros sah ich den Anrufbeantworter blinken.

Sofort hörte ich die Nachricht ab, die nachmittags (der schlaue “AB” hält minutengenau die Zeit jedes Calls fest und nennt sie vor der Wiedergabe der Message) während meiner Abwesenheit aufgesprochen worden war.

Sie stammte von Frau MOORER, die mir mitteilte, dass der d?!-Fahrer gerade bei ihr gewesen sei, um die Retoure abzuholen! Sie hätte, weil sie mich nicht erreichte, zur Klärung des Sachverhalts bei d?! abgerufen und dem Frachtleiter auseinandergesetzt, dass offensichtlich ein Missverständnis vorliege bzw. dass sie das Paket schon lange nicht mehr bei sich in der Firma hatte.

Wahnsinn!

Wieso sollte ich auf die völlig abwegige Idee gekommen sein, die Retoure über Frau MOORER abzuwickeln?!

Und wieso war d?! vom office-discounter nicht unterrichtet worden, dass die Retoure längst von einen ähnlich fähigen (ha-ha!) Logistiker abgewickelt worden war?

Da entfuhr mir ein lauter Fluch: “What the fuck, was für ein unendlicher Irrsinn!”

Tatsächlich war die traurige Geschichte immer noch ausgestanden.

Am 23.01, als ich das Trauerspiel einigermaßen “verdaut” hatte, kam von d?! doch noch die, beim Anruf der Hotline in Aussicht gestellte Mail.

Ihr Inhalt im Wortlaut:

BETREFF: Fahrerbefragung AMIGOS (alle Namen geändert, E.W.).

Sehr geehrter Herr W.,

wir bedauern, dass es bei dem Paket zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist.

Wir haben den Zusteller zum Verbleib Ihrer Sendung befragt. Dieser sagte uns, dass er das Paket beim Nachbarn MOORER in der Muster-Strasse 123*** abgeben hat.

Ist die Sendung zwischenzeitlich bei Ihnen eingetroffen?

Sollte das Paket weiterhin nicht eingetroffen sein, möchten wir Sie bitten, den Versender zu kontaktieren. Dieser wird weitere Maßnahmen einleiten.

Für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen.

mit freundlichen Grüßen

d?!

*** Ja warum wurde mir diese genaue Adressangabe nicht bereits am 14.01. mitgeteilt?  Weswegen es, wenn Frau MOORER sich nicht gemeldet hätte, tatsächlich fast zwei Wochen gedauert hätte,  bis ich erstmals erfahren hätte, wo “mein” Paket steckte; E.W.).

Zeit für ein ernüchterndes Fazit:

  • Leider habe ich nach all dem Verdruss immer noch kein schickes, kleines Rollcontainerchen für meine Büro- und Kunst-Utensilien. Ich trau mich auch nicht, ein ähnliches anderswo zu ordern. Zu groß ist die Befürchtung abermals ein ähnliches Fiasko zu erleben (wobei die Reaktionen von Kollegen und Freunden (m / w / d) ergaben, dass beinahe jeder schon einmal dergleichen niederschmetternde Erfahrungen mit der Logistikbranche gemacht hat, wobei sich manche “Fälle” teilweise noch gravierender anhörten als meiner.
  • Bedauerlicherweise verdiente der Office-Discounter an mir kein Geld, sondern blieb auf einem Verlust sitzen, da das d?!versehrte Möbel wohl auch nicht anderweilig abgesetzt werden kann, um den Schaden wenigstens etwas abzufedern. 
  • Das Rollcontainerchen wurde zuerst aus der Nähe von Karlsruhe nach Neufahrn bei Freising transportiert, dann von Neufahrn nach München und wieder zurück nach Neufahrn, weil der Fahrer sich nicht die Mühe machte, zu mir zu kommen. Beim zweiten Versuch ging’s abermals gen Minga, wieder nicht direkt zu mir, sondern zu Frau MOORER.
    Als ich die Ware endlich in Händen hielt, war sie vom vielen unsanften Hin- und Herkutschiereren sprichwörtlich – auf der Strecke geblieben.
    Die Konsequenz: eine Retoure, in deren Verlauf die “Malware” von München über Neufahrn wieder zurück in die Nähe von Karlsruhe befördert wurde.
    Unter Umweltgesichtspunkten summa summarum der Super-Gau. Hoffentlich erfährt Greta nie etwas von der verheerenden CO2-Bilanz des stümperhaft abgewickelten Bestellvorgangs, sonst zettelt sie umgehend einen STREIKET gegen d?! an. 
  • Dem ich mich sofort anschließen würde, um ein Zeichen zu setzen gegen die grassierende AMAZONITIS, die Jeff Bezos zum reichsten Mann der Welt gemacht hat.
    Auf Kosten
    – der Umwelt.
    – von Logistikmitarbeitern, die ihrer Niedrigl
    öhne wegen häufiig in prekären Verhältnissen leben müssen und aufgrund der rigiden Zeitvorgaben ihrer Companies gerade gezwungen sind, ihren stressigen Job schludrig statt sorgfältig auszuüben, um das täglich auferlegte Pensum überhaupt – mehr schlecht als recht – zu bewältigen.
    – des Staates und der Steuerzahler, welche mit ihren Abgaben die Straßen finanzieren, welche die Paketdienste nutzen und verstopfen, während die Hauptprofiteure der Infrastruktur hierzulande oft keinen Cent zugunsten des Gemeinwohls entrichten.
    – des stationären Handels in den Innenstädten, die zunehmend “veröden”, weil die lokalen Händler gegen die Dumpingmethoden und -preise der großen Versender nicht die geringste Chance haben.

#paketdienst #logistik #versandhandel #versender #chaos #parcel #expressdienst  #geopost

Böse Zungen (Fortsetzung 1)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

 

( . . . )

(Rückblende 2)

Montag, 03. Oktober 2011

Zu seinem siebten Geburtstag lud das jüngste Kind der Familie mehrere Klassenkameraden ein.

Highlight der Party war eine „Rallye“, bei der die Kids anhand eines Fragebogens mit Foto-Ausschnitten bestimmte Ecken und Sehenswürdigkeiten in der denkmalgeschützten Wohnsiedlung, wo die Gastgeberfamilie lebte, finden sollten.

Also zog eine Gruppe von etwa 10 Kindern los, um Aufgabe für Aufgabe zu erledigen, dafür jeweils eine Belohnung sowie einen Hinweis in Form eines Buchstabens zu erhalten, so dass sich mit der Zeit ein Lösungswort ergab, das offenbarte, wo eine große Schatzkiste mit Süßigkeiten und kleinen Gimmicks versteckt war.

So fröhlich und engagiert die Kinder lange Zeit unterwegs waren, plötzlich stoppte die Entdecker-Crew.

Der Grund: auf dem Gehsteig vor ihnen und im Weg stand Vin „Gustl“ Ratzenberger de la Grassa, mit dem die meisten Gäste der Birthday-Party –  inklusive des Geburtstagskindes – seit wenigen Tagen in die gleiche, 1. Grundschulklasse gingen.

Vin, den die Klassenkameraden “Diesel” nannten,  war der Gegenstand mehrerer Gespräche, welche die Eltern vorab mit dem Geburtstagskind geführt hatten. Doch so oft sie den Versuch unternahmen, ihren Filius dazu zu bewegen, Vin auch zur Feier einzuladen – u.a. weil er in derselben Wohnsiedlung lebte – umso vehementer verweigerte sich der Sohnemann diesem Ansinnen.

Wie beliebt “Diesel” bei seinen Klassenkameraden bereits nach gut zwei Wochen gemeinsamer Schulzeit war, zeigte sich, als die Gruppe wort- und grußlos vor Vin Kehrt machte, um auf einem anderen Wege den nächsten Rätsel-Hinweis zu finden.

(Geraume Zeit später erzählte die Mama des Geburtstagskindes einmal, sie wäre von Tacca Ratzenberger de la Grassa – Vins Mutter – angesprochen worden, ob die beiden Söhne nicht einmal miteinander spielen könnten, weil sich der junge Ratzenberger “schwer damit tun würde, Freunde zu finden”. Als Grund hierfür gab die de la Grassa ernsthaft folgenden an: “Junior” hätte leider eine Rot-Grün-Blindheit.)


(Rückblende 3)

Dienstag, 28. Oktober 2014

Seit ein paar Jahren geistert eine Figur durch die Gazetten, deren Existenz ich lange – vorwiegend aus einem moralischen Impedus heraus – anzweifelte.

Als ich vor geraumer Zeit unvermittelt einer solchen Kreatur begegnete, dauerte es jedoch nur Bruchteile einer Sekunde, bis meine Skepsis schlagartig der Erkenntnis wich, dass dieses Wesen keine Schimäre war, sondern real aus Fleisch und Blut…

… gerade vor meinen Augen agierte.

Und zwar mustergültig, denn ich hatte es mit einem wahren Prachtexemplar dieser Spezies zu tun.

Fortsetzung folgt.


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Böse Zungen

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Freitag Abend.

Endlich Feierabend.

Auf dem Tisch liegt die „SÜDDEUTSCHE“ – so unberührt und bewußt makellos faltenlos, wie sie am morgen gekauft wurde.

Vorfreude.

Die Lektüre.

Der perfekte Start ins Wochenende.

Quality time.

Ein routinierter Griff hinter das letzte “Buch“ der SZ…
… schon halte ich das „Magazin“ in Händen.

Kurzer Blick auf Cover und Schlagzeile.

Einmal, zweimal geblättert.

Gerade als ich eine meiner Lieblingsrubriken – SAGEN SIE JETZT NICHTS  – aufschlage, klingelt das Telefon.

Echt, muss das jetzt sein?!

Genervt schaue ich auf das Display des „Mobilteils“.

Eine mir unbekannte Münchner Nummer.

Könnte der Klassenkamerad eines meiner Kinder sein.

Nur deshalb gehe ich ran.

Nicht ahnend, dass sich gleich jemand entblöden wird.


(Rückblende 1)

Samstag, 19. Juli 2014

Warum ich auf dem Weg zur „ABSOLUT-Villa” seinerzeit beim Lidl an der Ecke Station machte?!

Keine Ahnung!

Ich weiss nur noch, dass ich angespannt war, “Lampenfieber” hatte.

Hinter mir lagen zwei groß-art-ige Tage, während derer 6 Künstler(-gruppen) und meine Wenigkeit in Pullach bei München eine gänzlich Weiss getünchte Villa mit Ideen, Formen und Farben erfüllt hatten.
Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=YUm54B-rivg

Auftraggeber war das schwedische Unternehmen ABSOLUT Vodka, das mit diesem kunstvollen Projekt den Startschuss für die internationale Kampagne “Transform Today“ gab.

Offenbar erfolgreich, wie die Resonanz seitens der am Vorabend zahlreich erschienenen Medien-Vertreter später ergab.

Krönender Abschluss sollte an besagtem Samstag die Ausstellung der eigens für den Event geschaffenen Werke und Räume sein – präsentiert im Rahmen einer riesigen Party mit ca. 400 Leuten und DJ-Sets u.a. von Mike Skinner / THE STREETS.

Auf dem Weg zur Kasse bemerkte ich zunächst nicht, wer vor mir in der Wartechlange stand.

Erst als der Mann  – warum auch immer – nach hinten blickte, erkannte ich ihn – Arnold Ratzenberger, der Vater von Kindern, die zeitweise in die gleiche Klasse gingen wie mein Nachwuchs.

Wir grüßten uns, wie man  jemanden begegnet, den man “nur vom Ansehen”  kennt.

Obwohl mir nicht nach Small Talk und schon gar nicht nach einem längeren Gespräch zumute war, berichtete ich wohl kurz von dem ABSOLUT-Projekt.

Auf einmal drehte sich vor Ratzenberger ein grobschlächtiger Kerl nach mir um, fuchtelte – in einer verächtlichen Pose – mit seinen Händen vor meinem Gesicht  und ging mich (im schmierigsten Österreichisch, das ich je gehört habe) laut und aggressiv an:
Bist an Alkoholiker? Sag, bist an Alkoholiker?

Bis heute ärgere ich mich, nicht umgehend auf eine Entschuldigung bestanden zu haben.

Ich sah seinerzeit davon ab, um mir den Tag, der zu den Highlights meines Künstlerdaseins zählen sollte, nicht noch weiter von diesem impertinenten Einfaltspinsel eintrüben zu lassen.

Also zog ich nach dem Bezahlen wortlos von dannen – schockiert und zutiefst verletzt über diesen Fauxpas.

Zum Glück erwartete mich mit der ABSOLUT-Villa ein freundlicher Ort, wo ich eine grandiose Nacht erlebte.

Erst Monate später kam ich durch Zufall darauf, dass der „Asi-Ösi“ der Vater von Arnold Ratzenberger war, der während des ganzen – gelinde gesagt – unerfreulichen Zwischenfalls so unbeteiligt daneben gestanden hatte, als hätte er mit dem „Schandmaul“ nichts zu tun.


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Druckfrisch: Noumenon-Posting bei “Histories of Tomorrow”

Das Abschneiden der sogenannten „Alternative“ für Deutschland bei den jüngsten Wahlen ist trauriger Anlass, sich mit recht(sradikal)em Denken und Handeln auseinanderzusetzen.

So widmet sich die dieser Tage erscheinende, aktuelle Ausgabe von “H-O-T – Histories Of Tomorrow” u.a. dem Themen-Schwerpunkt “Radikal Rechts“ 

Hierin findet sich auch meine Schilderung einer üblen rassistischen Attacke, welche am 29.03.2019 auf dieser “Homepage” unter der Überschrift “Platzverbot bei CII 966 856 veröffentlicht wurde:  ***

Die Reihe „Histories Of Tomorrow“, deren Lektüre ich jedem „klugen Kopf“ (w / m) wärmstens empfehle, wird publiziert vom “llustrator, Designer, Herausgeber und Autor“ (wikipedia) Raban Ruddigkeit : https://de.wikipedia.org/wiki/Raban_Ruddigkeit )

Sie können die erwähnte Ausgabe von “H-O-T – Histories Of Tomorrow”  beziehen unter: https://coblisher.com/de/shop/magazine/h-o-t )

***
Erstmals erschien der Text ein Tag nach dem rassistischen Übergriff (am 25.03.2019) auf Facebook unter: https://www.facebook.com/ewald.wildtraut/posts/1114495335419087

Halbwegs zügig

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Wer eine Reise tut, der kann was erzählen. Dass er dabei auch etwas erlebt, dafür sorgt mit jener vorbildlichen Präzsion, die ihr bei der Einhaltung ihres Fahrplans oft fehlt, gern die „Deutsche Bahn“.

So fehlte am 13.08.19 beim ICE 1682 ab München – einfach mal so – die zweite Zughälfte. Natürlich genau jene, in welcher der Verfasser samt Familie vier Plätze reserviert hatte.

Also wurden – mitten in der Ferienzeit – die Fahr- (bah! – von wegen) Gäste aus der fehlenden Hälfte in die verbliebene gequetscht.

Kurz nach Überfahren der Stadtgrenze Münchens fiel der Crew plötzlich auf, dass die Überfüllung des Zuges ein “Sicherheitsproblem” darstellen könnte,

Deswegen wurde zuerst die Methode „Zuckerbrot” angewandt: „Wer, von den Passagieren, die ursprünglich im fehlenden Zugteil reserviert hatten, in Nürnberg aussteigt, bekommt 30 Euro!“

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DIE SPINNEN (Arbeitstitel)

© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Die Grafik für diesen Beitrag zu gestalten, war der absolute Horror für mich.

Hatte echt Panik davor, mich an den Schreibtisch zu setzen, um daran zu arbeiten.

Und jetzt muss dazu auch noch ein Text geschrieben werden!!!

Das ist die härteste kreative Herausforderung, der ich mich je gestellt habe.

Sch… – habe ich einen Bammel vor diesem Posting!

Fortsetzung folgt.

Soziopathen

Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Eine gute Adresse. Citynah gelegen. Altbau. Hohe Stuckdecken. Fischgrätparkett. Haustechnisch alles auf dem neuesten Stand.

Hier wurde – abgesehen von einer “Partei”, auf die der Autor später zu sprechen kommt – noch eine harmonische Nachbarschaft gepflegt.

Die Menschen, die – teilweise schon seit Jahrzehnten – unter dieser Adresse lebten, grüßten freundlich oder schenkten sich ein Lächeln, wenn sie einander begegneten.

Oft blieben die Bewohner dann, selbst wenn sie eigentlich unterwegs zu einem wichtigen Termin waren, auf einen kurzen Plausch oder längeren Gedankenaustausch stehen.

Und musste jemand wirklich schnell weiter – kein Problem, hier hatte man / frau Verständnis für einander.

So entstanden Freundschaften und galt es als Sebstverständlichkeit, einander zu helfen oder mit einer Zwiebel oder Portion Mehl auszuhelfen.

In diesem Haus zu leben, war angenehm, auch dank der guten Einkaufsmöglichkeiten, die – genauso wie mehrere Haltestellen von U-Bahn und Stadtbus – fussläufig im Umkreis von wenigen Hundert Metern lagen.

Ebenfalls quasi vor der Haustür befand sich ein großer Stadtpark, der ganzjährig zur Erholung und zum Besuch sportlicher oder kultureller Veranstaltungen einlud.

Eine Traumadresse, gerade in Zeiten explodierender Mieten.

Jetzt muss der Autor langsam aufhören, die Vorzüge dieser Immobilie zu preisen, sonst hört er sich am Ende noch so an wie ein schmieriger Makler.

Kurz: fast alles war gut dort.

Dann zog Füssli ein.

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