Rotgolden

Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019
© Graphik: Ewald Wildtraut M.A. Kunst | Konzepte. 2019

Auch, oder gerade weil in wenigen Tagen Ostern ist,  soll  – im Geiste von Heinrich Bölls wunderbarer Erzählung  – nachfolgend „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ – eine Episode aus Kindheitstagen zum „Fest der Liebe“ erzählt werden.

Stinkende Rauchschwaden,
grau und undurchdringlich.
Manchmal konnte man sie darin ausmachen;
Bruchteile von Sekunden lang …
– mit bangen Augen –
… ihren rot glimmenden Spuren folgen.
Sie lauerten überall.
Plötzlich wurde es heiß wie ein Schweißbrenner
– gefährlich nah am zarten Kindergesichtchen.
Kippen.
Allerorten rauchende Schlote,
die sich zu einer undurchdringlichen Wand formierten –
den Blick zum Horizont verwehrend.
Die tränenden Augen des Wirtschaftswunderkindes vernebelt.
So brauchte es eine Weile, um wahrzunehmen, dass das,
was es soeben noch für Schornsteine im Dunst hielt,
in Wahrheit
graue Flanellbeine waren.

Ende der 60er ein Knirps zu sein, war…
schlichtweg zum Vergessen.

Aus jenen fernen Kindertagen hatte sich Egmont nur zwei Erinnerungen bewahrt.

Und eine davon schien ihn auch noch zu trügen.

Egmont ist sich immer noch sicher,  die Mondlandung einst „live“ am Bildschirm verfolgt zu haben.

Auch, dass sich seine Eltern zum „Jahrhundertereignis“ extra einen neuen, genauer: den ersten Farbfernsehapparat der Familie zulegten.

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